Zurück
gesundheit Weltweit · WW

WHO: Blutspenden sicherer, aber Zugang ungleich

85% der Spenden weltweit kommen von freiwilligen Unbezahlten – doch viele Länder haben weiter zu wenig Blut.

Beat: Gesellschaft & Bildung · Offizielle Statistik
12. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: UN News

Jeden Tag rettet sicheres Blut Leben – bei Frauen mit Komplikationen während der Geburt, bei Unfallopfern, Krebspatienten und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Doch der Zugang zu diesem lebensrettenden Gut ist weltweit höchst ungleich verteilt. Das zeigt ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der am Freitag vor dem Weltblutspendetag am 14. Juni veröffentlicht wurde.

Die Studie ist die umfassendste ihrer Art: Sie wertet Daten aus 168 Ländern aus, die 97 Prozent der Weltbevölkerung abdecken. Die gute Nachricht: In den letzten Jahrzehnten hat sich viel verbessert. Mehr als 85 Prozent aller Blutspenden weltweit stammen inzwischen von freiwilligen, unbezahlten Spendern. Das gilt als die sicherste und nachhaltigste Quelle – weil diese Spender kein finanzielles Motiv haben und ihr Blut seltener mit Infektionen belastet ist.

Doch der Fortschritt ist nicht überall angekommen. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bleiben die Blutversorgung und die Sicherheit der Transfusionen prekär. Die Gründe sind laut WHO vor allem eine schwache Steuerung der nationalen Blutdienste und eine unzureichende, nicht nachhaltige Finanzierung. „Trotz bemerkenswerter Fortschritte im letzten Jahrzehnt bleibt der universelle Zugang zu sicherem Blut und Blutprodukten für viele Länder unerreichbar“, schreibt Deusdedit Mubangizi, WHO-Direktor für Arzneimittel- und Gesundheitsproduktepolitik, im Vorwort des Berichts.

Blut wird nicht nur für Transfusionen nach Unfällen oder Operationen gebraucht. Auch für die Behandlung von Krebs, schweren Blutarmut (Anämie) oder chronischen Blutkrankheiten ist eine verlässliche Versorgung essenziell. Aus dem gespendeten Plasma – dem flüssigen Anteil des Blutes – werden zudem Medikamente für Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, Immunschwächen und anderen schweren Erkrankungen hergestellt. Fehlt sicheres Blut, können Patienten an eigentlich behandelbaren Krankheiten und Verletzungen sterben.

Der Bericht untersucht die gesamte Transfusionskette – von der Gewinnung der Spender über die Labortests bis zur klinischen Anwendung und dem Zugang zu plasmabasierten Arzneimitteln. Besonders problematisch ist die Lage bei diesen Medikamenten: Sie sind in vielen Ländern entweder gar nicht verfügbar oder unbezahlbar. Die WHO sieht hier noch großen Handlungsbedarf – etwa durch den Aufbau diversifizierter Plasmasammlungen und widerstandsfähigerer globaler Lieferketten.

Um die Ungleichheit zu überwinden, brauche es anhaltendes politisches Engagement, stärkere nationale Systeme und internationale Zusammenarbeit, so die WHO. Der diesjährige Weltblutspendetag am 14. Juni steht unter dem Motto „One Drop of Humanity. Give Blood. Save Lives.“ – ein Aufruf zu regelmäßiger, freiwilliger Blutspende, getragen von den Werten Solidarität, Mitgefühl und gemeinsamer Verantwortung.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Über 85% aller Blutspenden weltweit kommen von freiwilligen Unbezahlten – das ist sicherer als je zuvor. Aber viele Länder haben trotzdem zu wenig."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus gesundheit