Wilder Speisepilz in Nigeria auf Sägemehl gezüchtet
Forscherin kultiviert bedrohten Wildpilz auf Abfallholz – günstige Proteinquelle für Afrika
In den tropischen Wäldern Nigerias wächst ein Pilz, der sowohl schmeckt als auch heilt: Lentinus squarrosulus. Doch weil die Wälder schrumpfen, wird der Wildpilz immer seltener. Eine Forscherin der Federal University of Technology in Owerri hat nun einen Weg gefunden, ihn auf einfache Weise zu züchten – und zwar auf Sägemehl, einem Abfallprodukt der Holzverarbeitung.
Chiemeziem Agbonma Onyeka sammelte wilde Exemplare des Pilzes und testete drei verschiedene Sägemehl-Sorten: von Mango, afrikanischem Brotfruchtbaum und afrikanischer Birne. Das Ergebnis: Auf Mangobaum-Sägemehl wuchs der Pilz am schnellsten und bildete die meisten Fruchtkörper. Die Methode ist simpel und benötigt keine teuren Geräte.
„Die Pilzzucht in Afrika steckt noch in den Kinderschuhen“, erklärt Onyeka. Viele Menschen wüssten nicht, dass man Pilze das ganze Jahr über anbauen kann – nicht nur in der Regenzeit sammeln. Dabei sind Pilze eine wertvolle, eiweißreiche Nahrungsquelle. Mit ihrer Arbeit will die Forscherin zeigen, wie man aus Abfall etwas Wertvolles machen kann.
Der Anbau auf Sägemehl hat gleich mehrere Vorteile: Er nutzt Abfälle, die sonst verbrannt oder weggeworfen werden, schont die Wildbestände und liefert eine verlässliche Ernte. Für viele Familien in Nigeria und anderen afrikanischen Ländern könnte das eine günstige Möglichkeit sein, sich mit Protein zu versorgen – ohne teure Importe oder industrielle Landwirtschaft.
Die Studie wurde im Fachjournal veröffentlicht und zeigt einen praktischen Weg, lokale Ressourcen zu nutzen. Statt den Pilz im Wald zu sammeln, kann er nun auf dem eigenen Hof wachsen. Das ist nicht nur gut für die Ernährung, sondern auch für den Schutz der Wälder.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.