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Wildtier-Pionier Mel Sunquist gestorben

Der Biologe revolutionierte die Erforschung von Tigern und anderen Großkatzen durch Radiotelemetrie.

28. Juni 2026 1 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

In den 1970er Jahren erforderte die Erforschung wilder Tiger noch mehr Nerven als Ausrüstung. Biologen konnten nicht auf Kamerafallen, GPS-Halsbänder oder satellitengestützte Daten zurückgreifen. Um zu verstehen, wohin ein Tiger ging, was er tötete, wie weit er streifte und wie sich sein Revier mit anderen überschnitt, musste jemand ihm durch Wälder und Grasland folgen – mit einem Empfänger, einem Notizbuch und genug Urteilsvermögen, um nützlich zu bleiben, ohne sich in Gefahr zu bringen. Radio-Halsbänder begannen, das Mögliche zu verändern. Sie machten die Bewegungen heimlicher Fleischfresser auf eine neue Art nachvollziehbar. Für Tiger, Jaguare, Pumas, Ozelots und andere Tiere, die selten direkt gesehen wurden, ermöglichten sie Feldbiologen, Vermutungen durch Aufzeichnungen zu ersetzen. Die Arbeit erforderte weiterhin Geduld, sorgfältigen Umgang und die Fähigkeit, klar zu denken, wenn Wetter, Wege, Tiere oder Menschen nicht kooperierten.

Melvin Eugene Sunquist, der am 9. Mai im Alter von 85 Jahren starb, gehörte zu jener Generation von Feldwissenschaftlern. Geboren 1941 in Morris, Minnesota, wurde er einer der führenden Biologen für Wildkatzen und große Fleischfresser. Er arbeitete in Asien, Lateinamerika, Panama und Florida und verbrachte einen Großteil seines akademischen Lebens an der University of Florida, wo er von 1987 bis zu seiner Pensionierung 2014 Wildtierökologie und Naturschutz lehrte. Für Studenten und Kollegen war er „Mel“ – ein Name, der zu seiner Art passte: ruhig, wortkarg, trocken im Humor und schwer aus der Ruhe zu bringen.

Seine bekannteste frühe Arbeit galt Tigern. Sunquist verfolgte sie in Indien und Nepal, dokumentierte ihre Jagdgewohnheiten, ihre Reviere und ihre Interaktionen mit Menschen. Seine Forschung legte den Grundstein für viele moderne Schutzprogramme. Er war nicht nur ein Wissenschaftler, sondern auch ein Mentor, der unzählige junge Naturschützer ausbildete. Sein Erbe lebt in den Methoden und Menschen weiter, die er prägte.

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„Der Mann, der Tigern mit Radio-Halsbändern folgte, ist gestorben. Seine Arbeit hat den Artenschutz für immer verändert."

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