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Zahl der Flüchtlinge weltweit erstmals seit zehn Jahren gesunken

41,6 Millionen Menschen auf der Flucht – ein Rückgang um drei Prozent, aber Millionen bleiben in langjährigem Exil gefangen.

Beat: Gesellschaft & Bildung · Offizielle Statistik
10. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: UN News

Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist die Zahl der Menschen, die weltweit vor Gewalt und Verfolgung fliehen mussten, gesunken. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) meldet in seinem aktuellen Global Trends Report einen Rückgang um drei Prozent auf 41,6 Millionen Menschen im Jahr 2025. Das klingt nach einer guten Nachricht – und ist es auch, denn der Trend der stetig steigenden Flüchtlingszahlen scheint gebrochen. Allerdings bleibt die Lage für Millionen von Menschen weiterhin dramatisch.

Der Rückgang ist vor allem auf eine deutlich gestiegene Zahl von Rückkehrern zurückzuführen. 14,7 Millionen Vertriebene kehrten 2025 in ihre Herkunftsgebiete zurück – darunter 4,4 Millionen Flüchtlinge, die in andere Länder geflohen waren, und 10,3 Millionen Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben waren. Besonders starke Anstiege gab es in Afghanistan, Sudan und Syrien. Die Zahl der Rückkehrer ist die zweithöchste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren. Das UNHCR betont jedoch, dass viele dieser Rückkehrer unter Druck und in prekäre Verhältnisse zurückkehrten – die Lage in den Herkunftsregionen ist oft noch instabil.

Ein weiterer positiver Punkt: Fast 46.000 staatenlose Menschen – also Menschen, die von keinem Staat als Bürger anerkannt werden – erhielten im vergangenen Jahr in 24 Ländern die Staatsbürgerschaft. Das gibt ihnen endlich Zugang zu grundlegenden Rechten wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit. Dennoch warnt der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, dass die humanitäre Hilfe allein nicht mehr ausreicht. 70 Prozent der Flüchtlinge sind jahrelang im Exil gefangen, viele leben unterhalb der Armutsgrenze. Salih fordert einen grundlegenden Wandel: „Für zu viele Flüchtlinge beginnt die Vertreibung als Rettungsanker, dauert aber ein Leben lang. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, der neue Hoffnung und Perspektiven schafft.“

Konkret schlägt das UNHCR vor, die Zahl der Flüchtlinge in langfristiger Vertreibung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, in den nächsten zehn Jahren um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Der Fokus soll auf Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen liegen, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Die Initiative umfasst mehr Möglichkeiten für freiwillige Rückkehr, humanitäre Visa und Umsiedlungen. Gleichzeitig sollen Flüchtlinge von der Abhängigkeit von Hilfslieferungen zur Selbstversorgung geführt werden – durch Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Finanzdienstleistungen und Arbeitsmärkten.

Ein Wermutstropfen: Die Zahl der Flüchtlinge, die über offizielle Umsiedlungs- oder Patenschaftsprogramme in Drittländer aufgenommen wurden, ist im Jahr 2025 um mehr als die Hälfte auf nur noch 81.800 gesunken. Die Lücke zwischen verfügbaren Plätzen und dringendem Bedarf wird immer größer. Mehr als 70 Prozent aller Flüchtlinge stammen aus nur sechs Ländern: Afghanistan, Südsudan, Sudan, Syrien, der Ukraine und Venezuela. Die meisten Flüchtlinge werden derzeit in Kolumbien, Deutschland und der Türkei aufgenommen. Salih betont: „Asyl und Schutz retten Leben und sind nicht verhandelbar. Aber wir dürfen keine Zukunft akzeptieren, in der Millionen von Flüchtlingen jahrelang oder jahrzehntelang gefangen bleiben, ohne realistische Aussichten, ihr Leben wieder aufzubauen.“

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„Erstmals seit zehn Jahren sinkt die Zahl der Flüchtlinge weltweit. Und fast 46.000 Menschen haben endlich eine Staatsbürgerschaft bekommen."

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