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wissenschaft Italien · IT

Zusammenleben prägt unser Mikrobiom

Mitbewohner teilen bis zu 44% ihrer Mundbakterien – mehr als mit Verwandten.

Unser Körper ist eine ganze Welt für sich – bevölkert von Billionen Mikroorganismen, die auf und in uns leben. Dieses sogenannte Mikrobiom unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, aber eine neue Studie zeigt: Wer zusammenlebt, teilt auch seine Mikroben. Ein Forschungsteam der Universität Trient hat die genetischen Daten aller Mikroben im Mund und Darm von 430 Menschen aus 207 Haushalten in Italien und auf Fidschi analysiert. Das Ergebnis: Menschen im selben Haushalt teilen im Schnitt 19 Prozent ihrer Darm- und 26 Prozent ihrer Mundmikroben. Zum Vergleich: Bei Menschen aus verschiedenen Haushalten sind es nur 6 Prozent im Darm und praktisch null im Mund.

Besonders auffällig ist der Unterschied bei Paaren: Sie teilen im Mittel 44 Prozent ihrer Mundbakterien – vermutlich wegen des direkten Kontakts beim Küssen. Verwandtschaft spielt dagegen kaum eine Rolle: Die Mikrobengemeinschaften von Geschwistern sowie Eltern und Kindern ähneln sich nicht stärker als die nicht verwandter Mitbewohner. Die Forscher beobachteten auch, dass die Mundhöhle ein dynamischerer Ort ist als der Darm: Innerhalb weniger Monate tauschen sich hier deutlich mehr Bakterienstämme aus.

Interessant ist auch der Austausch innerhalb eines Körpers: Überschneidungen zwischen Mund- und Darmmikrobiom sind selten, aber wenn sie vorkommen, handelt es sich meist um identische genetische Varianten. Das deutet darauf hin, dass Bakterien aus der Mundhöhle in den Verdauungstrakt wandern. Diese Stämme kommen im Mund häufig vor, im Darm dagegen nur in geringer Zahl.

Die Studie hat auch eine medizinische Dimension: Gerade jene Darmbakterien, die sich besonders leicht zwischen Menschen übertragen, stehen häufig mit ungünstigen Stoffwechselwerten, Herz-Kreislauf-Problemen oder Diabetes Typ II in Verbindung. In der Mundhöhle zählten zu den am leichtesten übertragbaren Arten zwei Mikroben, die mit Darmkrebs assoziiert sind, sowie mehrere opportunistische Erreger – also Bakterien, die normalerweise harmlos sind, aber bei immungeschwächten Menschen schwere Erkrankungen auslösen können. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, Mikrobiombehandlungen zu verbessern, darunter Therapien mit Probiotika und Stuhltransplantationen, so die Forscher.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Deine Mitbewohner teilen nicht nur die Wohnung mit dir, sondern auch ihre Bakterien – und das mehr als deine Geschwister."

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