Ökologie

325 Wanderfischarten sollen international geschützt werden

CMS COP15 empfiehlt umfassende Schutzmaßnahmen für bedrohte Süßwasserfische

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CMS COP15 empfiehlt umfassende Schutzmaßnahmen für bedrohte Süßwasserfische

Im Pantanal Biopark in Campo Grande, Brasilien, versammelten sich Wissenschaftler und Umweltschützer zur Vorstellung eines alarmierenden Berichts über den Zustand der weltweiten Süßwasser-Wanderfische. Rita Mesquita, Sekretärin für Biodiversität im brasilianischen Umweltministerium, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Die Zahlen sind erschütternd.“ Der Bericht wurde im Rahmen der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS COP15) veröffentlicht, die vom 23. bis 29. März in Campo Grande stattfand. 132 Nationen und die Europäische Union sind derzeit Unterzeichner des Abkommens von 1979.

Erstmals seit über einem Jahrzehnt analysierten Experten wieder umfassend die globale Ichthyofauna – die Fischwelt. Während die letzte Bewertung im Jahr 2011 den Status von 3.000 Arten untersuchte, umfasste die neue Runde 15.000 Arten. Von diesen sind 349 wandernd, und fast alle sind bedroht. Der CMS-Bericht empfiehlt, 325 dieser Arten in die Anhänge des Übereinkommens aufzunehmen. Arten, die vom Aussterben bedroht sind, werden in Anhang I mit starken Schutzmaßnahmen gelistet, während Arten, die internationale Zusammenarbeit benötigen, in Anhang II aufgenommen werden.

Die Empfehlung zielt darauf ab, die Lebensräume dieser Fische zu schützen, die oft weite Strecken durch mehrere Länder zurücklegen. Besonders betroffen sind die ikonischen Welse des Amazonas, deren Wanderrouten durch Staudämme, Verschmutzung und Überfischung blockiert werden. Die Aufnahme in die CMS-Anhänge würde die Unterzeichnerstaaten verpflichten, gemeinsame Schutzmaßnahmen zu ergreifen, etwa die Wiederherstellung von Flusskorridoren und die Regulierung der Fischerei.

Dieser Schritt ist strukturell bedeutsam, da er erstmals einen rechtlichen Rahmen für den Schutz von Süßwasser-Wanderfischen auf internationaler Ebene schafft. Bislang waren diese Arten oft durch nationale Gesetze unzureichend geschützt, da ihre Wanderungen über Ländergrenzen hinweg erfolgen. Die Konferenz in Campo Grande markiert einen Wendepunkt: Die wissenschaftliche Basis ist nun breiter und die politische Dringlichkeit anerkannt.

Die konkreten Auswirkungen könnten Millionen von Menschen zugutekommen, die von diesen Fischarten als Nahrungsquelle oder für den Tourismus abhängig sind. Zudem stärkt der Schutz der Wanderfische die gesamte Flussökosysteme, was wiederum die Wasserqualität und die Biodiversität verbessert. Die nächsten Schritte sind nun die Umsetzung der Empfehlungen durch die einzelnen Staaten und die Finanzierung von Schutzprogrammen.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.

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