Adelsfamilie verkauft Vogelinsel an Naturschützer
Nach 320 Jahren übergibt die Familie Dalrymple Bass Rock an die RSPB – 100.000 Basstölpel und 10.000 Papageitaucher profitieren.

Die schottische Adelsfamilie Dalrymple hat nach 320 Jahren ihre Privatinsel Bass Rock verkauft – an die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), eine der größten Vogelschutzorganisationen der Welt. Der Grund: Die Familie sieht die 100.000 Basstölpel und 10.000 Papageitaucher, die dort leben, durch einen nahe gelegenen Offshore-Windpark bedroht. Sir Hew Dalrymple, der aktuelle Besitzer, sagte, die Organisation sei besser ausgerüstet, um die Inseln und ihre Tierwelt zu schützen als ein Privatmann.
Bass Rock liegt im Firth of Forth, einer Meeresbucht an der Ostküste Schottlands. Die Insel ist berühmt für ihre riesige Kolonie von Basstölpeln – einer großen Meeresvogelart, die hier in einer der dichtesten Ansammlungen der Welt nistet. Sir David Attenborough, der bekannte Naturfilmer, bezeichnete Bass Rock als eines der „zwölf Naturwunder der Welt“. Die Vögel leben dort zwischen den Ruinen einer Burg aus dem 14. Jahrhundert und einem Gefängnis aus dem 17. Jahrhundert, das einst „Schottlands Alcatraz“ genannt wurde.
Der Verkaufspreis lag bei umgerechnet rund 680.000 US-Dollar. Finanziert wurde der Kauf durch den National Heritage Memorial Fund und den National Lottery Heritage Fund – zwei britische Stiftungen, die Kulturgüter und Naturerbe bewahren. Die RSPB wird die Insel nun gemeinsam mit dem Scottish Seabird Centre verwalten. Die Familie Dalrymple hatte zuvor bereits mit dem Zentrum zusammengearbeitet, um invasive Pflanzenarten zu entfernen und die Papageitaucher-Kolonie zu vergrößern.
Die Entscheidung zum Verkauf fiel auch wegen eines kürzlich genehmigten Offshore-Windparks in der Nähe. Solche Anlagen können Vögel durch Kollisionen mit den Rotorblättern oder durch Veränderungen ihrer Nahrungsgründe gefährden. Die RSPB kann nun Schutzmaßnahmen ergreifen, die einem Privatbesitzer nicht möglich gewesen wären – etwa die Einrichtung von Schutzzonen oder die Anpassung der Besucherregeln. Simon Thurley, Vorsitzender der beiden Förderfonds, nannte den Kauf eine „einmalige Gelegenheit, die Inseln für die Öffentlichkeit zu sichern und ihre Rolle als Seevogelschutzgebiete für die Zukunft zu schützen“.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Adelsfamilie hat ihre Privatinsel nach 320 Jahren verkauft – damit 100.000 Seevögel besser geschützt werden. Finde ich stark."
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