Affen-Schutzgebiet isoliert sich vor Ebola
200 Primaten in Quarantäne, um Ansteckung zu verhindern

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo herrscht ein Ebola-Ausbruch. Das Virus, das schwere Fieber und innere Blutungen verursacht, wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Tiere oder Menschen übertragen. Das Lwiro Primates Rehabilitation Center (LPRC) in der Provinz Süd-Kivu beherbergt über 200 Primaten – darunter 129 Schimpansen und 108 Affen verschiedener Arten – die aus Wilderei und illegalem Tierhandel gerettet wurden. Seit dem 23. Mai sind alle Tiere in strikter Quarantäne. Der Auslöser: Ein Mann aus dem nahegelegenen Dorf Kahungu, nur zwei Kilometer vom Zentrum entfernt, war positiv auf Ebola getestet worden. Er war zuvor in die Provinz Ituri gereist, dem Epizentrum des aktuellen Ausbruchs, der bereits über 200 Verdachtsfälle und Todesfälle forderte. Die Primatologin Liz Williamson betont, dass bisher keine Übertragung von Menschen auf Menschenaffen nachgewiesen wurde. Dennoch ist die Vorsichtsmaßnahme lebenswichtig: Menschenaffen sind genetisch eng mit uns verwandt und extrem anfällig für viele unserer Krankheiten. Eine Ebola-Infektion würde für die ohnehin bedrohten Tiere fast sicher den Tod bedeuten. Das Zentrum desinfiziert nun täglich alle Gehege und Betten, und die Tierpfleger tragen Schutzkleidung. Die Quarantäne bleibt bestehen, bis die Gesundheitsbehörden Entwarnung geben. Diese schnelle Reaktion zeigt, wie wichtig Schutzgebiete für bedrohte Arten sind – und wie eng der Schutz von Mensch und Tier zusammenhängt.
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