Kleinstadt gewinnt gegen Schlachthof-Verschmutzung
Gericht verurteilt Fleischkonzern wegen Blutabfällen im Trinkwasser – ein seltener Sieg gegen Agrarindustrie.

In Loganton, einem kleinen Ort in Pennsylvania ohne eine einzige Ampel, begann das Wasser aus den Leitungen plötzlich braun zu fließen und übel zu riechen. Trish Leigey, eine alleinerziehende Mutter mit drei Jobs, ließ das Wasser testen – und fand Rinder-DNA darin. Die Ursache: Nicholas Meat, ein Schlachthof, der täglich rund 1.000 Rinder schlachtet und täglich mindestens 200.000 Gallonen Abfall produziert – ein Gemisch aus Blut, Urin, Wasser und anderen Schlachtabfällen. Diesen Abfall spritzt das Unternehmen legal als Dünger auf Felder in der Umgebung, ohne dass das Abwasser vorher behandelt wird. Die Behörden in Pennsylvania regulieren diese Praxis kaum: Es gibt keine Genehmigungspflicht, nur lockere Richtlinien aus dem Jahr 1994. Die Folge: Das blutige Gemisch versickert im kalkhaltigen Boden, der von Spalten und Dolinen durchzogen ist, und gelangt so ins Grundwasser – und in die Brunnen der Anwohner. Eine Studie des US Geological Survey fand in über der Hälfte von 54 getesteten Brunnen Fäkalkeime, darunter E. coli. Leigey und drei Nachbarn zogen vor Gericht – ein mutiger Schritt in einer Region, in der der Schlachthof der größte Arbeitgeber ist und die Hälfte der Einwohner beschäftigt. Im Dezember sprach eine Jury den Klägern 145.000 Dollar Schadensersatz zu, weil der Schlachthof eine Belästigung darstelle und fremdes Eigentum durch verpestete Luft und verseuchtes Wasser beeinträchtige. Der Sieg ist bemerkenswert, weil Pennsylvanias großzügige „Right-to-Farm“-Gesetze solche Klagen normalerweise erschweren. Dennoch erwarten Experten nicht, dass sich die Praxis der Abfallentsorgung dadurch grundlegend ändert – dafür ist die Industrie zu mächtig und die Regulierung zu lasch. Der Fall zeigt aber, dass Bürger sich wehren können, wenn sie bereit sind, gegen wirtschaftliche Übermacht zu kämpfen. Für Leigey geht es um mehr als Geld: Sie will, dass ihre Kinder sauberes Wasser haben – ohne dafür kämpfen zu müssen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Hast du gewusst, dass Schlachthöfe Blutabfälle einfach auf Felder sprühen dürfen? Eine Kleinstadt hat sich erfolgreich gewehrt – unglaublich, oder?"
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