Alien-Signale könnten durch eigene Sterne verzerrt werden
SETI-Studie zeigt: Turbulente Sterne verbreitern schmale Radiosignale, sodass sie auf der Erde unsichtbar bleiben.

Seit Jahrzehnten lauschen Astronomen mit Radioteleskopen ins All – auf der Suche nach einem Zeichen, dass wir nicht allein sind. Die gängigste Methode: Sie fahnden nach extrem schmalen Radiofrequenzen, die sich klar vom natürlichen Rauschen des Kosmos abheben. Denn nur eine technische Zivilisation könnte so präzise senden. Doch eine neue Studie des SETI-Instituts in Kalifornien legt nahe, dass dieser Ansatz möglicherweise zu kurz greift. Die Forscher untersuchten, was mit einem solchen Signal passiert, bevor es überhaupt das Heimatsystem verlässt. Das Ergebnis: Die eigene Sonne eines Planeten kann die schmale Welle so verzerren, dass sie auf der Erde kaum noch erkennbar ist.
Konkret geht es um turbulentes Plasma in den Sternwinden und um gewaltige Ausbrüche wie koronale Massenauswürfe – riesige Wolken aus geladenen Teilchen, die von der Sonne geschleudert werden. Diese Phänomene streuen die Radiowellen und verteilen ihre Energie über ein breiteres Frequenzband. Was als scharfer Peak startet, kommt als verschmierter Hügel an – und fällt damit unter die Nachweisgrenze vieler Suchprogramme. „SETI-Suchen sind oft auf extrem schmale Signale optimiert. Wenn ein Signal durch die eigene Sternumgebung verbreitert wird, kann es unter unsere Detektionsschwelle rutschen – selbst wenn es da ist“, erklärt Dr. Vishal Gajjar, Astronom am SETI-Institut und Hauptautor der Studie.
Um diesen Effekt zu quantifizieren, nutzte das Team eine ungewöhnliche Datenquelle: Radiosignale von Raumsonden in unserem eigenen Sonnensystem. Anhand dieser Signale kalibrierten sie, wie turbulentes Plasma schmale Radiowellen beeinflusst. Dann übertrugen sie die Messungen auf andere Sternsysteme. Besonders betroffen sind demnach M-Zwergsterne, die etwa 75 Prozent aller Sterne in der Milchstraße ausmachen. Ihre oft heftige Aktivität könnte Signale von möglichen Zivilisationen systematisch verschlucken. Die Forscher schlagen daher vor, künftige Suchprogramme auch für breitere Signale zu öffnen. „Indem wir quantifizieren, wie Sternaktivität schmale Signale umformt, können wir Suchen entwerfen, die besser zu dem passen, was tatsächlich auf der Erde ankommt – nicht nur zu dem, was vielleicht gesendet wurde“, sagt Koautorin Grayce C. Brown.
Die Studie ist im Fachjournal „The Astrophysical Journal“ erschienen und wurde durch das STRIDE-Programm des SETI-Instituts gefördert, das risikoreiche, aber potenziell bahnbrechende Forschung unterstützt. Für die Suche nach außerirdischer Intelligenz bedeutet das: Die Stille des Alls könnte trügerisch sein. Vielleicht sind die Botschaften längst da – nur verzerrt von den Sternen, die sie beheimaten.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, Aliens senden seit Jahrtausenden Signale – aber ihre eigene Sonne macht sie unsichtbar. Genau das legt eine neue Studie nahe."
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