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Alte Traditionen schützen Meere in Indonesien

Gemeinden in Ostindonesien beleben indigene Schutzsysteme wieder – mit Erfolg für Korallenriffe und Fischerei.

05. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

In den kleinen Inseln Ostindonesiens, die zur Wallacea-Region gehören, einem der artenreichsten Meeresgebiete der Welt, erleben uralte Traditionen eine Renaissance. Küstengemeinden in vier Provinzen – Ost-Nusa Tenggara, Süd-Sulawesi, Südost-Sulawesi und Zentral-Sulawesi – beleben indigene Schutzsysteme wieder, um ihre Meeresökosysteme vor zerstörerischer Fischerei und Lebensraumverlust zu bewahren. Der Dokumentarfilm „Jejak Wallacea“ zeigt, wie lokale Selbstbestimmung dort erfolgreich ist, wo staatliche Naturschutzprojekte oft scheitern.

Die Gemeinden setzen auf Methoden, die tief in ihrer Kultur verwurzelt sind: saisonale Fischfangverbote, traditionelle Strafen für Verstöße und die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern. In Solor, einer Insel in Ost-Nusa Tenggara, haben die Bewohner sogenannte „Meeresspeicher“ (kebang lewa lolon) eingerichtet – traditionell geschützte Meeresgebiete, in denen Korallenriffe sich erholen können. Sie haben auch Schildkrötenaufzuchtstationen gebaut und wenden sich von der schädlichen Dynamitfischerei ab. „Was wir gewählt haben, ist Naturschutz, aber basierend auf lokalem Wissen“, sagt Vero Lamahoda, Direktor der lokalen Stiftung Yayasan Tanah Ile Boleng, die die Gemeinden bei diesem Wandel unterstützt.

Im Dorf Wabula in Südost-Sulawesi kommt ein System namens Kaombo zum Einsatz, das den Zugang zu traditionell geschützten Gebieten wie Seegraswiesen und Mangroven reguliert. Wer dagegen verstößt, muss mit traditionellen Geldstrafen oder Ritualen wie Kaleo Leo rechnen, bei dem Verdächtige ins Meer getaucht werden – wer zuerst auftaucht, gilt als schuldig. Auf den Inseln Langkai und Lanjukang in Süd-Sulawesi nutzen die Gemeinden zeitweise Schließungen von Meeresgebieten für den Oktopusfang, damit sich die Bestände erholen können.

Diese Bewegung ist mehr als nur ein lokaler Erfolg. Sie zeigt, dass indigene Wissenssysteme, die oft als rückständig abgetan werden, hochwirksame Werkzeuge für den Meeresschutz sein können. Während internationale Abkommen und staatliche Schutzgebiete oft an mangelnder Durchsetzung oder Akzeptanz scheitern, setzen die Gemeinden auf Eigenverantwortung und kulturelle Traditionen. Der Dokumentarfilm macht deutlich: Wenn man den Menschen vor Ort vertraut und sie unterstützt, können sie ihre eigenen Lösungen finden – und das oft nachhaltiger als jede von außen verordnete Maßnahme.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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