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wissenschaft Kanada · CA

Seegurken-Gewebe überlebt jahrelang im Meer

Abgetrennte Körperteile einer Kaltwasser-Seegurke bleiben bis zu drei Jahre aktiv und heilen sogar.

05. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Stellen Sie sich vor, eine Eidechse verliert ihren Schwanz – und der Schwanz fängt an, ein eigenständiges Leben zu führen. Was wie Science-Fiction klingt, ist bei einer besonderen Meeresbewohnerin Realität geworden. Die Kaltwasser-Seegurke Psolus fabricii, die in den eisigen Gewässern des Atlantiks und der Arktis lebt, kann nicht nur verlorene Körperteile nachwachsen lassen. Ihre abgetrennten Gewebestücke bleiben über Jahre hinweg am Leben, heilen Wunden und bewegen sich sogar eigenständig.

Ein Forschungsteam der Memorial University of Newfoundland in Kanada entnahm drei Exemplaren dieser Seegurke Teile ihrer Tentakel, Füße und des Hauptkörpers. Die Fragmente wurden in natürliches Meerwasser gelegt – und zeigten erstaunliche Fähigkeiten: Sie entwickelten aktive Immunreaktionen, bildeten verschiedene Zelltypen und nahmen Nährstoffe wie Aminosäuren direkt aus dem Wasser auf. Selbst nach drei Jahren, als die Forscher die Experimente abbrachen, lebten die Gewebe weiter.

„Es ist, als würde eine Eidechse ihren Schwanz verlieren – und der Schwanz könnte eine neue Eidechse hervorbringen“, erklärt Studienautorin Rachel Sipler. „Wir haben noch keine vollständige neue Seegurke gezüchtet, aber wir beobachten eine beeindruckende Zellteilung und -differenzierung, Jahre nachdem das Gewebe entfernt wurde.“

Diese Entdeckung hat weitreichende Bedeutung für die biomedizinische Forschung. Bislang sind sogenannte „unsterbliche“ Zelllinien – also Zellen, die sich unbegrenzt teilen können – extrem selten und stammen meist von Krebszellen oder Embryonen ab. Die Seegurken-Gewebe könnten eine völlig neue Quelle für solche Zelllinien darstellen, ohne dass dafür Tiere getötet werden müssten.

Die Studie, die im Fachjournal Biology Letters veröffentlicht wurde, wirft auch grundlegende Fragen auf: Wie schaffen es diese Zellen, ohne Blutkreislauf oder Nervensystem zu überleben? Welche genetischen Programme werden aktiviert? Die Antworten könnten nicht nur die regenerative Medizin voranbringen, sondern auch helfen, Gewebe für Transplantationen länger haltbar zu machen.

Für die Seegurke selbst ist diese Fähigkeit vermutlich ein Überlebensvorteil in der rauen Tiefsee: Verliert sie ein Körperteil an einen Räuber, kann dieses den Angreifer ablenken, während das Haupttier flieht – und das abgetrennte Stück bleibt als Köder lebendig. Ein raffinierter Trick der Evolution, der nun auch der Menschheit zugutekommen könnte.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, dein abgetrennter Finger würde einfach weiterleben – Seegurken machen das jahrelang! 🧠"

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