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App findet kühlste Wege durch heiße Städte

Forschende der Arizona State University entwickeln ein Tool, das die gefühlte Hitze auf Fußwegen berechnet und schattige Routen vorschlägt.

Beat: Klima & Energie · Fachquelle
18. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

In Städten wird es immer unerträglicher, zu Fuß zu gehen – und das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Der Grund ist der sogenannte urbane Wärmeinseleffekt: Gebäude, Gehwege und Straßen absorbieren die Sonnenenergie und strahlen sie wieder ab, sodass die Temperaturen in der Stadt deutlich höher liegen als im Umland. In einer Stadt wie Phoenix können Menschen sich dann kaum noch sicher zu Fuß fortbewegen – dabei wäre mehr Bewegung gut für die Gesundheit und würde den Autoverkehr reduzieren.

Bisher zeigen Karten-Apps zwar den kürzesten Weg, aber nicht, wie heiß es auf dem Weg wird. Ein neues Forschungsprojekt der Arizona State University will das mit „Cool Routes“ ändern – einem Online-Tool, das die Hitze berechnet, der man auf Fußwegen ausgesetzt ist. Es findet nicht nur den kürzesten, sondern auch den kühlsten und schattigsten Weg – und damit den sichersten in Bezug auf die Hitzebelastung. Derzeit ist das Tool auf den Campus der Uni in Tempe beschränkt, aber die Forschenden stellen es als Open Source zur Verfügung, damit jede Stadt es nutzen kann.

Die gefühlte Temperatur hängt nicht nur von der Lufttemperatur ab: Hohe Luftfeuchtigkeit macht 30 Grad wie 38 Grad, weil der Schweiß nicht mehr gut verdunstet. Fehlender Schatten verschlimmert die Hitze zusätzlich. „Das ist es, was den Aufenthalt in einer heißen Umgebung gefährlich macht – weil wir auf dem Handy niedrigere Zahlen sehen“, sagt Isaac Buo, einer der Projektleiter. Wer einen Umweg durch den Schatten nimmt, reduziert die Hitzebelastung um die Hälfte.

Cool Routes berechnet nicht einfach die Lufttemperatur, sondern die „mittlere Strahlungstemperatur“. Dazu nutzt es hochauflösende Laserscandaten des US Geological Survey, die die Umgebung extrem detailliert abbilden – etwa, wo Bäume und Gebäude Schatten werfen. „Wir brauchen eine hochauflösende Darstellung der Stadt und die Wettervorhersage, um die thermischen Bedingungen zu jeder Zeit zu simulieren“, erklärt Buo.

Die Tageszeit spielt eine große Rolle: Um 8 Uhr morgens fühlt sich ein Weg anders an als um 12 Uhr mittags. Hochhäuser spenden mittags kaum Schatten, weil die Sonne senkrecht steht, Bäume dagegen schon, weil sie ein Blätterdach bilden. Das Tool berücksichtigt die Hitze aus sechs Richtungen – Norden, Süden, Osten, Westen, oben und unten. Die Forschenden überprüften ihre Berechnungen mit einem speziellen Messwagen namens MaRTy, der an heißen Sommertagen die vorgeschlagenen Routen abfuhr.

Neben der individuellen Routenplanung könnten Städte Cool Routes nutzen, um zu entscheiden, wo sie Bäume pflanzen oder Parks anlegen. Wenn etwa viele Menschen von einer U-Bahn-Station zu einem Finanzviertel laufen, könnte zusätzliches Grün die Temperatur um mehrere Grad senken. Bäume sind eines der einfachsten und wirkungsvollsten Mittel: Sie kühlen, bieten Tieren Lebensraum und nehmen Regenwasser auf, um Überschwemmungen zu verhindern. Das Tool könnte auch helfen, Bushaltestellen mit Schatten auszustatten.

Auch wenn Cool Routes noch am Anfang steht, könnten Karten-Apps eines Tages solche Daten integrieren – ähnlich wie sie heute Routen mit weniger Steigungen vorschlagen. „Wenn du bereit bist, zwei Minuten Umweg in Kauf zu nehmen, können wir dir einen gut beschatteten Weg zeigen“, sagt Buo. Wie cool ist das?

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, deine Karten-App zeigt dir nicht nur den kürzesten, sondern auch den kühlsten Weg – genau das wird gerade entwickelt."

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