Datenzentren in Ölfelder statt Wohngebiete
Kaliforniens größter Ölkonzern plant ein Rechenzentrum auf einem alten Ölfeld – weniger Konflikte, weniger Wasser, weniger Lärm.

Datenzentren sind die unsichtbaren Motoren des digitalen Zeitalters. Doch sie sind unbeliebt: Sie brauchen riesige Mengen Strom und Wasser, machen Lärm und verschandeln die Landschaft. In den USA wehren sich Hunderte Gemeinden gegen neue Anlagen. Jetzt zeigt ein Projekt in Kalifornien einen möglichen Ausweg: Bauen wir die Rechenzentren einfach dorthin, wo schon Industrie ist – in alte Ölfelder.
Die California Resources Corporation (CRC), der größte Ölkonzern des Bundesstaates, will auf dem Elk Hills Ölfeld, etwa zwei Stunden nördlich von Los Angeles, einen 600.000 Quadratmeter großen Datenzentrum-Campus errichten. Das Gelände liegt mehr als eineinhalb Kilometer von der nächsten Wohnsiedlung entfernt. Die Anlage soll von einem bereits vorhandenen 550-Megawatt-Gaskraftwerk mit Strom versorgt werden, das bisher Dampf für die Ölförderung produzierte – und jetzt unterausgelastet ist.
Das Besondere: Das Kühlsystem der Datenhalle arbeitet im Kreislauf und verbraucht so wenig Wasser, dass es zehn Jahre braucht, um einen einzigen olympischen Schwimmbecken zu füllen. Zum Vergleich: Ein herkömmliches Rechenzentrum verbraucht oft so viel Wasser pro Tag. Zudem sollen Lärmschutzwände errichtet werden. Die Betreiber versprechen 1.500 Baujobs und 250 Dauerarbeitsplätze in einer Region, die durch den Niedergang der Ölindustrie viele Arbeitsplätze verloren hat.
Das Modell könnte Schule machen. In Texas planen bereits ähnliche Projekte im Permian-Becken, wo reichlich Erdgas anfällt. Für die Ölkonzerne sind Datenzentren ein neues Geschäftsfeld, während die Nachfrage nach Öl sinkt. CRC setzt zudem auf CO2-Abscheidung: Ein Teil der Abgase des Kraftwerks wird bereits unterirdisch gespeichert. Der Konzern sieht sich als Vorreiter einer Transformation – vom Ölproduzenten zum Betreiber digitaler Infrastruktur.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor: Datenzentren, die niemanden stören – einfach mitten ins alte Ölfeld gebaut. Genau das passiert gerade in Kalifornien."
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