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Ausgestorbener Falter kehrt nach Großbritannien zurück

Der Schwarzader-Weißling soll sich auf dem renaturierten Knepp Estate wieder ansiedeln

Hintergrund

Der Schwarzader-Weißling (Aporia crataegi) galt in Großbritannien seit dem frühen 20. Jahrhundert als ausgestorben. Ursache waren Landnutzungsänderungen und der Verlust von Lebensräumen, die die Populationen des Falters zum Erliegen brachten. Während die Art in Kontinentaleuropa noch weit verbreitet ist, blieb die britische Insel für sie über ein Jahrhundert lang unbesiedelt.

Das Knepp Estate in West Sussex ist bekannt als eines der ambitioniertesten Renaturierungsprojekte Großbritanniens. Aus einem heruntergewirtschafteten Bauernhof entstand dort ein Mosaik aus neu verwilderten Wäldern und Graslandschaften, das heute zu den artenreichsten Gebieten Englands zählt. Die Stiftung des Anwesens, die Knepp Wildland Foundation, treibt nun die Wiederansiedlung des Falters voran.

Was ist passiert

Im Rahmen eines koordinierten Wiederansiedlungsprojekts wurden Larven des Schwarzader-Weißlings in Spezialbehältern nach Knepp geflogen. Die Behälter waren so konstruiert, dass die Larven dort überwintern und sich an die britischen Bedingungen akklimatisieren konnten. Das Projekt wird von mehreren Partnern unterstützt, darunter Ambios Ltd, Butterfly Conservation, die Zoological Society of London und Natural England.

Erste Beobachtungen sind vielversprechend: Die Insekten gedeihen auf den Weißdorn- und Schwarzdornsträuchern, die ihre natürliche Nahrungsgrundlage und ihren Lebensraum bilden. Dies ist besonders ermutigend, da frühere Versuche, den Falter wieder anzusiedeln, gescheitert waren. Vor der Einfuhr führte die Knepp Wildland Trust umfangreiche Klima- und Umweltstudien durch, um sicherzustellen, dass die Bedingungen auf dem Anwesen und in ganz Großbritannien für die Schmetterlinge geeignet sind.

Warum das wichtig ist

Die Wiederansiedlung des Schwarzader-Weißlings ist ein Paradebeispiel für erfolgreichen Artenschutz durch Renaturierung. Sie zeigt, dass selbst Arten, die über ein Jahrhundert lang aus einem Gebiet verschwunden waren, unter geeigneten Bedingungen zurückkehren können. Das Knepp Estate dient dabei als Modell für andere Renaturierungsprojekte weltweit.

Der Erfolg des Projekts hätte weitreichende Bedeutung: Wenn die Population sich etabliert, könnten in Zukunft weitere historische Lebensräume in Devon und an der Südküste wiederbesiedelt werden. Dies würde nicht nur die Biodiversität stärken, sondern auch zeigen, dass gezielte Renaturierung ganze Ökosysteme wiederbeleben kann.

Ausblick

Sollte die Ansiedlung auf dem Knepp Estate gelingen, sind weitere Schritte geplant, um die Population mit anderen historischen Vorkommen zu vernetzen. Die Projektpartner arbeiten daran, die Bedingungen für eine dauerhafte Etablierung des Falters zu optimieren. Langfristig könnte der Schwarzader-Weißling wieder zu einem festen Bestandteil der britischen Insektenfauna werden.

Das Projekt ist Teil einer größeren Bewegung in Großbritannien, die auf Renaturierung und Wiederansiedlung setzt. Ähnliche Erfolge gab es bereits bei anderen Schmetterlingsarten, wie dem Trauermantel, der nach Jahrzehnten der Abwesenheit wieder nach England zurückkehrte. Die Wiederansiedlung des Schwarzader-Weißlings wäre ein weiterer Meilenstein für den Artenschutz im Vereinigten Königreich.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, ein Falter kehrt nach 100 Jahren zurück – genau das passiert gerade in England! 🦋"

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