Blau- und Finnwale vor Südafrika erholen sich
95% der Sichtungen seit 2012: Nach fast 1,1 Millionen getöteten Walen kehren die Riesen zurück.

Der kommerzielle Walfang im 20. Jahrhundert hat die Bestände von Blau- und Finnwalen im Südatlantik nahezu ausgelöscht. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1913 und 1978 rund 350.000 Antarktische Blauwale und 725.000 Finnwale getötet. Beide Arten gehören zu den größten Tieren der Erde: Blauwale können bis zu 30 Meter lang werden, Finnwale bis zu 27 Meter. Sie ernähren sich von Krill, kleinen garnelenartigen Krebsen, die in den nährstoffreichen Gewässern des Benguela-Ökosystems vorkommen – einer Meeresregion vor den Küsten Angolas, Namibias und Südafrikas.
Ein Forschungsteam der Universität Kapstadt unter der Leitung von Bridget James hat nun untersucht, ob sich die Bestände erholen. Dazu werteten sie Sichtungs- und Strandungsdaten aus dem Zeitraum von 1964 bis März 2025 aus. Das Ergebnis: 17 Blauwal-Sichtungen und eine Strandung sowie 76 Finnwal-Sichtungen und sechs Strandungen wurden registriert. Besonders bemerkenswert: 95 Prozent dieser Beobachtungen stammen aus der Zeit nach 2012. Die Blauwale wurden vor allem im späten Frühling bis Sommer (Oktober bis Dezember) und im Herbst (März bis April) gesichtet, während Finnwale ganzjährig vorkamen.
Die Forscher betonen, dass die Sichtungszahlen zwar noch niedrig sind, der Trend aber eindeutig nach oben zeigt. Das Benguela-Ökosystem fungiert als Wanderkorridor zwischen den Nahrungs- und Fortpflanzungsgebieten der Wale. Die Zunahme der Sichtungen ist ein starkes Indiz dafür, dass die Schutzmaßnahmen – insbesondere das internationale Walfangverbot von 1986 – erste Früchte tragen. Allerdings sind die Bestände noch weit von ihrem ursprünglichen Niveau entfernt. Die Studie liefert wichtige Daten für den weiteren Schutz dieser bedrohten Arten.
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„Fast 1,1 Millionen Wale wurden im Südatlantik getötet – jetzt kehren sie zurück. Eine neue Studie zeigt: Die Bestände erholen sich langsam."
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