Blockparty trickst Autos aus und macht Straßen sicherer
Nachbarschaftsfest wird zum Test für fahrradfreundliche Straßen – mit Erfolg

In Berkeley, Kalifornien, ist die Ninth Street eine beliebte Abkürzung für Autofahrer – und eine gefährliche Strecke für Radfahrer. Doch an einem Samstag im April 2024 wurde der Verkehr auf einem Block der Straße gestoppt. Statt Autos gab es eine Fahrradspur, Gummihügel und Absperrungen, die nur Anwohner durchließen. Die Idee: eine Blockparty als Tarnung für einen Testlauf.
Die Organisation Bike East Bay und die Anwohnerin Hilary Near hatten eine Genehmigung für ein Straßenfest bekommen. Aus der Party wurde ein echtes Experiment: Freiwillige bauten eine provisorische Fahrradstraße auf, befragten Nachbarn und sammelten Daten. „Man gewöhnt sich so sehr an eine Straße, wie sie ist, dass man sich kaum vorstellen kann, was anders sein könnte“, sagt Robert Prinz von Bike East Bay.
Das Konzept heißt „Pop-up“ – eine temporäre Umgestaltung, die zeigt, wie eine Straße auch aussehen könnte. In den USA ist Radfahren im Aufschwung: Zwischen 2019 und 2022 stieg die Zahl der täglichen Radfahrten um 37 Prozent. Trotzdem sterben jedes Jahr fast 1.000 Radfahrer im Straßenverkehr. Sichere Infrastruktur ist der Schlüssel, um das zu ändern.
Die Pop-up-Aktion in Berkeley war nicht die erste dieser Art. Schon früher hatte Bike East Bay eine temporäre Fahrradspur in Oakland eingerichtet – die später zu einer dauerhaften, mit Betonpollern geschützten Radspur wurde. „Probieren vor dem Kaufen“ nennt Prinz das Prinzip. Die gesammelten Daten helfen Städten, Fördergelder zu beantragen und dauerhafte Lösungen zu finanzieren.
Mehr als 50 Freiwillige halfen bei der Aktion in Berkeley. Sie malten Schilder, befragten Passanten und bauten die provisorische Infrastruktur auf. Die Kosten waren gering: Bike East Bay hatte Fördermittel für mobile Hügel und Pfosten, die nun für weitere Projekte ausgeliehen werden. In der Vergangenheit reichten sogar Pappe und Farbe.
Das Modell zeigt, wie Nachbarschaften selbst aktiv werden können. Wer eine Veränderung möchte, kann klein anfangen: eine einzelne Straße, eine Kreuzung. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen – auch solchen, die nicht auf den ersten Blick passen. Und die Erkenntnis: Manchmal braucht es nur eine Party, um die Welt ein Stück besser zu machen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, eine Blockparty macht Straßen sicherer – genau das hat eine Nachbarschaft in Berkeley ausprobiert!"
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