Zurück
wissenschaft Vereinigte Staaten · US

Freiwillige dokumentieren jede Art in den Smokies

Über 22.000 Arten erfasst, mehr als 1.000 neu für die Wissenschaft – ein Citizen-Science-Projekt gegen das Artensterben.

05. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

In den Great Smoky Mountains, einem Nationalpark im Osten der USA, arbeiten Freiwillige daran, jede einzelne Art zu dokumentieren, die dort lebt – von winzigen Flechten über Pilze bis zu Salamandern. Das Projekt heißt „All Taxa Biodiversity Inventory“ (ATBI) und wird vom Park zusammen mit der Nonprofit-Organisation Discover Life in America betrieben. Bisher wurden über 22.000 Arten erfasst, und mehr als 1.000 davon waren der Wissenschaft vorher völlig unbekannt. Die Forscher schätzen, dass das erst ein Viertel bis ein Drittel der tatsächlichen Artenvielfalt ist.

Eine Gruppe von Freiwilligen nennt sich selbst „Gang of Retirees in Search of Life’s Diversity“ (GRISLD) – eine Gruppe von Rentnern auf der Suche nach der Vielfalt des Lebens. Sie wandern stundenlang durch abgelegene Ecken des Parks, untersuchen Moose, Flechten und Insekten und notieren jede Entdeckung. James Hollinger, ein pensionierter Informatiker, der sich zum Flechten-Experten entwickelt hat, fand kürzlich eine seltene, schwammartige Flechte, die bisher nur ein Dutzend Mal im Park dokumentiert wurde. „Wir könnten hier und jetzt einen gebräuchlichen Namen für sie erfinden“, sagte er begeistert.

Die Arbeit der Freiwilligen ist besonders wertvoll, weil staatliche Mittel für Langzeitbeobachtungen knapp sind. Während akademische Forscher vor allem im Frühling und Sommer kommen, sind die Freiwilligen das ganze Jahr über unterwegs. Sie dokumentieren Arten, die in kalten Monaten aktiv sind oder auf der Durchreise sind, wie Zugvögel. „Der Park ist zu bestimmten Jahreszeiten bekannt, aber was ist mit den Dingen, die außerhalb der Saison aktiv sind?“, fragt Hollinger.

Der Klimawandel verändert den Park sichtbar: Insekten wie die Wollschildlaus, die aus Asien eingeschleppt wurde, haben Tausende von Hemlocktannen getötet. Andere Schädlinge befallen Tannen, Ulmen und Eschen, die die Bäche kühl halten – wichtig für temperaturempfindliche Arten wie die Bachforelle. Die hochgelegenen Ökosysteme der Smokies sind wie „Himmelsinseln“: isolierte Lebensräume mit einzigartigen Arten, die auf kühle, feuchte Bedingungen angewiesen sind. Wenn das Klima wärmer wird, haben sie keine Möglichkeit, auszuweichen. Manche könnten verschwinden, bevor sie überhaupt entdeckt wurden.

Paul Super, ein pensionierter Biologe, der über zwei Jahrzehnte die Forschung im Park koordinierte, interessiert sich besonders für Flechten, Moose und Insekten, weil sie Feuchtigkeit speichern und die Berge kühl und neblig halten. Wenn sie sterben, verändert sich der Wasserkreislauf. „Die Regulierung der Feuchtigkeit in diesen Höhenlagen ist sehr wichtig, denn wir sind am oberen Ende des Wassereinzugsgebiets, und das Trinkwasser aller liegt flussabwärts“, sagt Super. Für ihn geht es darum, die winzigen, alltäglichen Veränderungen zu erfassen, die sich über Monate und Jahre zu etwas Erschütterndem summieren. „Der Besucher, der für einen Tag oder eine Woche kommt, wird nicht bemerken, dass dies nicht mehr das ist, was es einmal war.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Über 1.000 neue Arten entdeckt – und das von Freiwilligen! Unglaublich, was Citizen Science bewirken kann."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus wissenschaft