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wissenschaft International · XX

Forscher: Bienen könnten bewusst sein – KI nicht

Neue Studien zeigen: Bewusstsein hängt von inneren Mechanismen ab, nicht von Verhalten.

Beat: Innovation & Wirtschaft · Peer-Review

Können Bienen denken? Und ist ChatGPT vielleicht doch mehr als nur ein smarter Textgenerator? Zwei neue wissenschaftliche Arbeiten nähern sich diesen Fragen auf ungewöhnliche Weise: Sie schauen nicht auf das, was ein Wesen tut, sondern darauf, wie es Informationen verarbeitet. Die Ergebnisse überraschen.

Bisher galt oft: Wenn etwas wie ein Mensch spricht oder sich komplex verhält, könnte es bewusst sein. Doch die Forscher Colin Klein von der Australian National University und Andrew Barron von der Macquarie University argumentieren, dass Verhalten täuschen kann. Ein Chatbot, der über den Sinn des Lebens sinniert, tut das nur, weil er darauf trainiert wurde – nicht, weil er wirklich fühlt. Umgekehrt könnte eine Biene, die scheinbar automatisch nach Nektar sucht, durchaus ein subjektives Erleben haben.

In ihrer Studie im Fachjournal „Trends in Cognitive Sciences“ entwickeln die Wissenschaftler eine Liste von Indikatoren für Bewusstsein, die auf der Struktur der Informationsverarbeitung basieren. Dazu gehört etwa die Fähigkeit, zwischen konkurrierenden Zielen abzuwägen. Das Ergebnis: Kein heutiges KI-System – auch nicht ChatGPT – erfüllt diese Kriterien. Die Forscher betonen aber, dass zukünftige Maschinen mit anderer Architektur durchaus bewusst sein könnten.

Parallel dazu schlagen Klein und Barron in einer zweiten Arbeit in den „Philosophical Transactions B“ ein neuronales Modell für minimales Bewusstsein bei Insekten vor. Sie identifizieren eine Art Grundrechnung, die das Gehirn ausführen muss, um Erfahrungen zu erzeugen – und die auch bei Bienen und anderen wirbellosen Tieren vorhanden sein könnte. Die genaue Berechnung ist noch unbekannt, aber das Modell bietet eine gemeinsame Grundlage, um Menschen, Tiere und Maschinen zu vergleichen.

Die Debatte hat praktische Konsequenzen. Im April 2024 unterzeichneten über 500 Wissenschaftler die „New Yorker Erklärung zum tierischen Bewusstsein“, die Bewusstsein bei allen Wirbeltieren und vielen Wirbellosen für möglich hält. Wenn Bienen bewusst sind, müssten wir unseren Umgang mit ihnen überdenken – etwa in der Landwirtschaft. Gleichzeitig wächst das Feld der KI-Wohlfahrt, das sich fragt, ob und wann wir Maschinen moralisch berücksichtigen müssen. Die neue Forschung liefert dafür eine fundiertere Grundlage als bloße Verhaltensbeobachtung.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, Bienen könnten wirklich fühlen – und ChatGPT ist nur ein Bluffer. Genau das legen neue Studien nahe."

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