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Boston plant für 10 Milliarden Dollar Schutz vor Sturmfluten

20 Bauprojekte sollen Boston schützen: Ohne sie drohen bis 2090 Schäden von 54 Milliarden Dollar durch Sturmfluten.

Wenn der Meeresspiegel steigt, wird es für Küstenstädte bei jedem größeren Sturm gefährlicher: Wasser drückt weiter ins Land, überflutet nicht nur Strände, sondern auch U-Bahn-Schächte, Straßen und Kellergeschosse. Genau das droht Boston in den kommenden Jahrzehnten. Nach Prognosen der Stadt und des US Army Corps of Engineers (USACE), dem Ingenieurkorps der US-Armee, das für große Wasserbauprojekte zuständig ist, wird der Meeresspiegel vor der Stadt in den nächsten 25 Jahren um 10 bis 18 Zoll steigen – umgerechnet etwa 25 bis 46 Zentimeter.

Boston und das USACE haben deshalb eine sogenannte Machbarkeitsstudie veröffentlicht – eine Untersuchung, die klärt, ob und wie ein Vorhaben technisch und finanziell umsetzbar ist. Sie schlägt 20 einzelne Infrastrukturprojekte entlang der Küste vor, die in Etappen gebaut werden sollen, je nachdem wie schnell das Wasser tatsächlich steigt. Die Kosten dafür werden auf rund 10 Milliarden Dollar geschätzt.

Diese Summe klingt hoch, ist aber laut Studie nur ein Fünftel dessen, was der Stadt drohen würde, würde sie gar nichts tun: Bis zum Jahr 2090 könnten Schäden an historischen Gebäuden, Wohnvierteln und vor allem am Verkehrssystem auf bis zu 54 Milliarden Dollar anwachsen. „Nichtstun ist keine akzeptable Option. Ohne Maßnahmen werden sich die Kosten für die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft durch Küstenüberflutungen nur weiter aufsummieren", sagte Lt. Col. David MacPhail, stellvertretender Kommandeur des USACE-Distrikts New England.

Wie ernst die Lage ist, zeigt eine weitere Zahl aus der Studie: Bei einem sogenannten 100-Jahres-Sturmereignis – einem besonders schweren Sturm, wie er statistisch nur einmal in hundert Jahren vorkommt – würde in den nächsten 64 Jahren praktisch die gesamte Stadt Boston überflutet werden. Die geplanten Projekte sollen sich über rund 16 Meilen, etwa 26 Kilometer, Küstenlinie erstrecken, von Powder Hill im Norden bis zu den Columbine Cliffs im Süden.

Konkrete Bauformen stehen noch nicht fest. Zwar werden Deiche oder Flutschutzmauern als mögliche Maßnahme genannt, doch weil die Investitionskosten je nach Ausführung stark schwanken, hat man sich bislang auf keine bestimmte Lösung festgelegt. Stattdessen liefen bereits Gespräche mit einer städtischen Klimaresilienz-Taskforce sowie weiteren Behörden und Interessengruppen über technische Wirksamkeit, wirtschaftliche Chancen und Umweltfolgen der Ideen – und auch die Bundesregierung habe bereits Interesse an einer Förderung bekundet.

„Das Army-Corps-Projekt ist eine einmalige Chance auf Bundesmittel für unsere Küste, aber Boston braucht eine Strategie, die tragfähig und umsetzbar ist, um diese Mittel abzurufen", sagte Rebecca Herst von der Green Ribbon Commission, einer städtischen Initiative für Klimaresilienz. Auch Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu betonte die Bedeutung des Vorhabens: „Die Zukunft unserer Stadt hängt davon ab, welche Schritte wir jetzt unternehmen, um widerstandsfähige Gemeinschaften aufzubauen."

Bis zum 18. September können Bürgerinnen und Bürger die Analyse öffentlich kommentieren. Die zuständige Taskforce will bis zum kommenden Sommer einen konkreten Finanzierungsplan vorlegen – zeitgleich mit der endgültigen Fassung der USACE-Machbarkeitsstudie. Gebaut ist damit noch nichts, aber Boston hat einen ersten, detailliert durchgerechneten Plan, wie sich eine ganze Küstenstadt gegen das steigende Meer wappnen könnte.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Boston hat einen Plan für 20 Bauprojekte vorgestellt, die die Stadt vor Sturmfluten schützen sollen – geschätzte Kosten: rund 10 Milliarden Dollar."

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