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Ein Bauernhof in den USA wurde wieder zum Feuchtgebiet

15 Jahre Restaurierung machten aus erodiertem Ackerland in Pennsylvania wieder ein blühendes Feuchtgebiet – mit 90 Prozent weniger Sediment im Fluss.

Beat: Gesundheit & Forschung · Peer-Review

Als Siedler im 18. Jahrhundert begannen, das Land im heutigen Lancaster County in Pennsylvania zu bewirtschaften, stauten sie Bäche für Mühlen auf und legten Feuchtgebiete trocken. Über rund 300 Jahre lagerte sich dabei Erde in dicken Schichten über den ursprünglichen Böden ab – eine sogenannte Altlast-Erde, die die frühere Landschaft komplett unter sich begrub und die Bachbetten destabilisierte.

Am Big-Spring-Run-Bach zeigte sich das Problem besonders deutlich: Ufer und Bachbett waren stark erodiert, was die Wasserqualität stromabwärts verschlechterte. Ein früherer Versuch, das Problem mit gepflanzten Bäumen entlang der Ufer zu lösen, scheiterte: Von 4.000 gepflanzten Bäumen starben fast alle ab, weil ihre Wurzeln fünf Meter über dem eigentlichen Grundwasserspiegel steckten – begraben unter Jahrhunderten aufgeschütteter Erde.

Die Forschenden Dorothy Merritts und Bob Walter vom Franklin & Marshall College entdeckten in genau dieser Altlast-Erde jedoch jahrtausendealte, fossile Pflanzensamen. Gemeinsam mit dem Fossilien-Experten Bill Hilgartner, heute Dozent an der Johns Hopkins University, rekonstruierten sie daraus, wie das Gebiet vor rund 3.000 Jahren ausgesehen hatte: als sumpfiges Feuchtgebiet mit Seggen und anderen Wasserpflanzen. Die Idee lag nahe: Warum nicht versuchen, genau dorthin zurückzukehren?

Ab 2011 rückten Bagger an und trugen die aufgeschüttete Erde großflächig ab, senkten die Uferböschungen auf Wasserniveau ab und pflanzten dieselben oder ähnliche Arten, die in den fossilen Samen gefunden worden waren. Dann hieß es warten. Heute, 15 Jahre später, wächst am Big Spring Run ein artenreiches Feuchtgebiet mit Seggenarten, Sumpf-Seidenpflanzen, Sumpfrosen und Hibiskus – Arten, die vorher dort nicht wuchsen. „Jedes Mal, wenn ich hierherkomme, denke ich: Das ist einfach wunderschön“, sagt Hilgartner, der Studierende der Johns Hopkins University regelmäßig zu Exkursionen an den Ort bringt.

Die Zahlen bestätigen den Eindruck: Neben der zurückgekehrten Artenvielfalt hat sich auch die Wasserqualität deutlich verbessert, und der Sedimenteintrag in den Bach ist um 90 Prozent gesunken. Für Studierende wie Caitlin Blair, die im Rahmen eines Umweltrestaurierungs-Kurses den Ort besuchte, ist Big Spring Run inzwischen ein Lehrbeispiel dafür, wie sich mit genauer Kenntnis der ursprünglichen Landschaft selbst stark geschädigte Flächen wieder in funktionierende Ökosysteme zurückverwandeln lassen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In Pennsylvania wurde aus erodiertem Ackerland wieder ein blühendes Feuchtgebiet – die Anleitung dafür lieferten 3.000 Jahre alte Pflanzensamen."

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