Bürger marschieren für saubere Flüsse in Thailand
600 Menschen fordern nach einem Jahr Gift im Wasser endlich Taten von der Regierung.
In den Flüssen Nordthailands ist das Wasser vergiftet. Seit über einem Jahr misst die thailändische Umweltbehörde gefährliche Konzentrationen von Arsen, Quecksilber, Cadmium und anderen Schwermetallen – vor allem in den Provinzen Chiang Mai und Chiang Rai. Die Ursache liegt vermutlich in unregulierten Minen im Osten Myanmars, von wo aus die Schadstoffe über die Grenze in thailändische Gewässer gelangen. Die betroffenen Menschen haben das Gefühl, dass die Regierung zu wenig tut. Deshalb sind am 31. Mai mehr als 600 Anwohner, Vertreter von Bürgerinitiativen, Mönche und Studenten zu einem „Friedensmarsch“ aufgebrochen. Sie liefen rund 68 Kilometer von Tha Ton in Chiang Mai bis in die Stadt Chiang Rai. Am 5. Juni, dem Weltumwelttag, erreichten sie ihr Ziel. „Wir laufen, weil unsere Flüsse langsam sterben“, sagte Pianporn Deetes, Direktorin der Rivers and Rights Foundation, die den Marsch mitorganisierte. Die giftigen Stoffe gelangen in Fische, ins Trinkwasser und in die Nahrungskette. „Wir wollen nicht warten, bis noch mehr Menschen krank werden. Das ist ein Notfall“, so Deetes. Der Marsch hatte nicht nur symbolischen Charakter. Die Teilnehmer sammelten Informationen, dokumentierten die Schäden und bauten öffentlichen Druck auf. Bisher habe die Regierung zwar die Überwachung verbessert, aber nicht entschlossen genug gehandelt. Die Organisation fordert nun diplomatische Gespräche mit Myanmar, bessere Gesundheitskontrollen und mehr Transparenz. Der Marsch zeigt, dass Bürger sich Gehör verschaffen, wenn staatliche Stellen zu lange zögern. Ob die Regierung nun handelt, bleibt abzuwarten – aber die Bewegung wächst.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.