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Denver heizt und kühlt mit Abwasser

Ein thermisches Netz nutzt die Wärme aus der Kanalisation, um Gebäude klimafreundlich zu temperieren.

Abwasser ist nicht nur schmutzig, sondern auch warm – eine Eigenschaft, die Denver nun clever nutzt. Die Stadt will bis 2040 klimaneutral werden und setzt dafür auf ein sogenanntes thermisches Energienetz. Dabei werden mehrere Gebäude durch einen Kreislauf aus Wasserleitungen verbunden. Die Wärme, die aus dem Abwasser gewonnen wird, heizt die Gebäude im Winter und kühlt sie im Sommer – ein Kreislauf, der ohne fossile Brennstoffe auskommt.

Das Prinzip ist einfach: Abwasser hat ganzjährig eine Temperatur von etwa 15 bis 20 Grad Celsius. Über Wärmetauscher wird diese Energie entzogen und in das Leitungsnetz eingespeist. Im Winter wird die Wärme mit Wärmepumpen auf Heiztemperatur gebracht, im Sommer kann das kühlere Abwasser zur Kühlung genutzt werden. Das System ist besonders effizient, weil es die natürliche Temperatur des Abwassers nutzt, statt Energie für Heizung oder Kühlung neu zu erzeugen.

Denver ist nicht die erste Stadt, die auf diese Technologie setzt. In Skandinavien und Kanada gibt es bereits ähnliche Projekte. Doch für die USA ist es ein wichtiger Schritt, denn die Stadt will zeigen, dass auch in dicht besiedelten Gebieten eine dezentrale, erneuerbare Wärmeversorgung möglich ist. Das Pilotprojekt startet zunächst mit einigen öffentlichen Gebäuden, soll aber bei Erfolg auf ganze Stadtviertel ausgeweitet werden.

Die Idee stößt auf großes Interesse, denn sie verbindet Klimaschutz mit praktischem Nutzen. Städte weltweit suchen nach Wegen, ihre Energieversorgung zu dekarbonisieren – und Abwasser ist eine Ressource, die in jeder Stadt reichlich vorhanden ist. Wenn Denver beweist, dass das System wirtschaftlich und zuverlässig funktioniert, könnte es ein Vorbild für viele andere Kommunen werden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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