Schnabeltiere kehren nach 50 Jahren in Australiens ältesten Nationalpark zurück
Wiederansiedlungsprogramm zeigt Erfolg: 20 Tiere nachgewiesen, Nachwuchs bestätigt

Mehr als ein halbes Jahrhundert lang war das Schnabeltier im Royal National Park, Australiens ältestem Schutzgebiet südlich von Sydney, verschwunden. Nun kehrt der eierlegende Säuger zurück – und das mit Erfolg. Ein 2023 gestartetes Wiederansiedlungsprogramm unter der Leitung von Gilad Bino von der University of New South Wales (UNSW) und Mitbegründer der Platypus Conservation Initiative hat erste Früchte getragen. Im Mai 2026 entdeckten Forscher bei umfangreichen Erhebungen 20 bekannte Individuen im Hacking River, der durch den Park fließt. Die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, da nicht alle Tiere erfasst wurden.
Die Wiederansiedlung begann 2023 mit einer Gründergruppe von zehn Schnabeltieren. 2025 kamen drei weitere Tiere hinzu. Jedes wurde mit einem Sender ausgestattet, um Überleben, Bewegungen und Fortpflanzung zu überwachen. Im Mai 2026 setzten die Forscher vier weitere Tiere aus gesunden Populationen aus: die Männchen Absinthe und Duckie sowie die Weibchen Dawn und Hydra. Die Bestandsaufnahme ergab nicht nur eine stabile Population, sondern auch Hinweise auf Fortpflanzung – ein entscheidender Indikator für den langfristigen Erfolg des Projekts.
„Es ist ein Privileg, Teil der Rückkehr der Schnabeltiere in einen Teil ihres früheren Verbreitungsgebiets zu sein, in dem sie seit Generationen fehlten“, sagte Bino in einer Stellungnahme. Die Tiere sind nicht nur für Wissenschaftler von Interesse: Auch Besucher des Parks melden regelmäßig Sichtungen, besonders entlang des Flusses. Diese öffentliche Verbindung stärkt das Bewusstsein für den Artenschutz und die Bedeutung intakter Ökosysteme.
Der Erfolg des Programms ist bemerkenswert, weil Schnabeltiere empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren. Ihre Rückkehr zeigt, dass der Lebensraum im Royal National Park sich erholt hat und wieder ausreichend Nahrung und Schutz bietet. Das Projekt könnte als Modell für andere Wiederansiedlungen bedrohter Arten dienen – ein struktureller Beitrag zum Artenschutz, der weit über die Grenzen des Parks hinausreicht.
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