Drei Schlafgewohnheiten beschleunigen Gehirnalterung
Studie mit 23.000 Teilnehmern zeigt: Zu wenig Schlaf, häufiges Nickerchen und Schlaflosigkeit schaden dem Gehirn.

Schlaf ist mehr als nur Erholung – er ist eine Art nächtliche Wartung für unser Gehirn. Eine neue Studie der University of Arizona zeigt nun, dass bestimmte Schlafgewohnheiten direkt mit der Alterung des Gehirns zusammenhängen. Die Forscher untersuchten Daten von über 23.000 Erwachsenen mittleren und höheren Alters aus einer großen biomedizinischen Datenbank. Dabei verglichen sie die Angaben der Teilnehmer zu ihrem Schlafverhalten mit späteren MRT-Aufnahmen ihres Gehirns.
Im Fokus standen sogenannte weiße Substanz-Läsionen – kleine Schädigungen im Gehirngewebe, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten und mit einem erhöhten Risiko für Demenz, einschließlich Alzheimer, verbunden sind. Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia, identifizierte drei Schlafverhalten, die besonders stark mit diesen Schäden zusammenhingen: Schlafdauer außerhalb der empfohlenen sieben bis neun Stunden, häufiges Nickerchen am Tag und Schlaflosigkeit.
Interessanterweise blieben diese drei Faktoren auch dann signifikant, als die Forscher andere Risiken wie Bluthochdruck, Rauchen oder Bewegungsmangel berücksichtigten. Zwei andere Verhaltensweisen – Schnarchen und unbeabsichtigtes Einnicken am Tag – zeigten dagegen keinen eigenständigen Effekt mehr. Die Ergebnisse legen nahe, dass es nicht nur auf die Gesamtschlafdauer ankommt, sondern auf das Zusammenspiel verschiedener Schlafmuster.
Besonders spannend ist der Befund zum Nickerchen: Während kurze, gelegentliche Power-Naps durchaus förderlich für die Konzentration sein können, scheinen häufige oder lange Nickerchen das Gehirn eher zu belasten. Die Forscher betonen, dass hier weitere Studien nötig sind, um die genauen Mechanismen zu verstehen. In einer vertiefenden Analyse zeigte sich zudem, dass vor allem zu wenig Schlaf – weniger als sieben Stunden pro Nacht – mit einem Anstieg der Läsionsvolumina verbunden war.
Die vielleicht wichtigste Botschaft der Studie: Schlafgewohnheiten sind veränderbar. „Schlaf ist einer dieser potenziell veränderbaren Risikofaktoren“, sagt Professor Gene Alexander, Seniorautor der Studie. „Wenn wir die Qualität unseres Schlafs verbessern, könnte das helfen, die Auswirkungen der Hirnalterung zu reduzieren – und vielleicht sogar das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer zu senken.“ Für alle, die schlecht schlafen, ist das ein hoffnungsvoller Gedanke: Anders als das Alter oder die Genetik können wir unseren Schlaf aktiv beeinflussen.
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