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Einfache Schale rettet Bienen vor dem Verdursten

Mit Steinen und täglich frischem Wasser wird der Balkon zur Lebensretter-Station für Insekten

Bienen, Hummeln, Käfer und Schmetterlinge haben ein Problem, das viele übersehen: Sie brauchen Wasser – nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Bauen und Kühlen. Wildbienen etwa benötigen feuchten Lehm, um ihre Brutzellen zu verschließen. Honigbienen nutzen Wasser, um den Stock zu kühlen und die Brut zu versorgen. Wespen und Hornissen bauen damit ihre Nester. Wasser ist für Insekten also Baumaterial und Klimaanlage zugleich.

In der Stadt wird dieses Wasser jedoch immer knapper. Der NABU Berlin beschreibt, wie Hitze und Trockenheit Vögeln und Insekten zusetzen: Wo früher Pfützen, Gräben oder kleine Teiche halfen, bleibt nach längeren Trockenphasen kaum noch Wasser übrig. Dabei sind die Tiere, die es am dringendsten brauchen, bereits jetzt in einer Krise. Von den 335 etablierten Wildbienenarten in Berlin sind 141 – also mehr als 42 Prozent – gefährdet oder bereits ausgestorben beziehungsweise verschollen, wie die aktuelle Rote Liste Berlins zeigt.

Eine einfache Schale Wasser aufzustellen, klingt naheliegend, kann aber zur Todesfalle werden. Bienen können nicht schwimmen. Eine glatte, tiefe Wasserfläche ist für sie keine Rettungsstation, sondern eine Falle: Sie versuchen zu landen, rutschen ab und ertrinken. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) empfiehlt deshalb ausdrücklich: flache Schale, hinein kommen Steine, Äste oder Moos – und zwar so, dass die Landeplätze deutlich aus dem Wasser herausragen. Nicht bündig, nicht knapp unter der Oberfläche, sondern sichtbar und trocken an der Spitze.

Der Bau einer solchen Insektentränke ist denkbar einfach. Ein Blumentopfuntersetzer, ein alter Teller oder eine flache Glasschüssel funktionieren. Wichtig ist die Fläche: je größer, desto besser, weil mehr Tiere gleichzeitig trinken können, ohne sich zu verdrängen. Hinein kommen Kieselsteine, kleine Äste, Moos oder Blähton – alles, was aus dem Wasser ragt und eine stabile Landefläche bietet. Dann Wasser einfüllen, bis die Steine zur Hälfte bedeckt sind. Fertig.

Den richtigen Standort beschreiben BUND Naturschutz und LBV übereinstimmend: halbschattig, warm und windgeschützt. Nicht in die pralle Mittagssonne – dort verwandelt sich die Tränke bis 13 Uhr in eine lauwarme Brühe. Nicht direkt neben den Frühstückstisch – sonst teilt man bald das Marmeladenglas mit Wespen. Ideal ist ein Platz nahe blühenden Pflanzen, damit die Tiere Wasser und Nahrung an einem Ort finden. Und dann die Pflege: Das Wasser muss täglich gewechselt werden. Stehendes Wasser wird zum Brutplatz für Mückenlarven, Algen siedeln sich an, Keime vermehren sich. Gereinigt wird mit heißem Wasser und gründlichem Ausspülen – ohne Desinfektionsmittel, das schädlich ist.

Wer Bienen wirklich helfen will, sollte auf Honig oder Zuckerwasser in der Tränke verzichten. Eine Wasserstelle ist kein Futterplatz. Offene Zuckerstellen können Krankheitserreger zwischen Tieren übertragen, ziehen Schädlinge an und werden schnell klebrig – und damit selbst zur Falle. Für Bienen gilt: Wasser pur. Nahrung kommt aus Blüten, nicht aus der Schale. Wer zusätzlich helfen will, pflanzt auf dem Balkon Thymian, Salbei, Oregano, Minze, Schnittlauch oder Zitronenmelisse – und lässt sie blühen. Dabei gilt: Keine gefüllten Zierblüten kaufen, bei denen Staubblätter weggezüchtet wurden, denn solche Blüten sind für Wildbienen oft wertlos.

Eine Insektentränke rettet nicht die Artenvielfalt. Aber an einem heißen Tag kann sie für eine einzelne Wildbiene den Unterschied machen. Und manchmal entsteht aus dieser kleinen Geste etwas Unerwartetes: Man fängt an, hinzusehen. Die Hummel, die schwer wie ein Pelzball landet. Die Wildbiene, kaum größer als ein Reiskorn, die kurz am feuchten Stein saugt. Der Kohlweißling, der einen Moment bleibt.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, eine einfache Schale Wasser mit Steinen rettet Bienen vor dem Verdursten – probier's aus!"

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