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Weniger Wasser, mehr Ernte – clever bewässern

Tröpfchenbewässerung spart bis zu 50% Wasser und steigert die Erntemenge.

Die Landwirtschaft steht vor einem wachsenden Problem: Der Klimawandel bringt längere Trockenperioden, und Wasser wird knapp. Gleichzeitig wird ein großer Teil des Wassers in der Landwirtschaft durch alte Bewässerungsmethoden verschwendet. Klassische Kreisregner, die wie große Sprinkler das Wasser über die Felder verteilen, nutzen nur 60 bis 70 Prozent des Wassers – der Rest verdunstet oder landet auf Wegen.

Doch es gibt einen Ausweg, der auf den ersten Blick überraschend klingt: Weniger Wasser kann zu mehr Ertrag führen. Der Schlüssel liegt in der sogenannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht großflächig versprüht, sondern tropft direkt an der Wurzel der Pflanze aus dünnen Schläuchen. Das Umweltbundesamt gibt an, dass diese Methode eine Wassernutzung von bis zu 90 Prozent erreicht.

Landwirt Bernhard Bayer aus Neuhausen auf den Fildern hat seine gesamte Produktion auf diese Technik umgestellt. Er baut Erdbeeren, Beerenobst, Spargel und Tomaten an – alles Pflanzen, die viel Wasser brauchen. Früher nutzte er Kronenkreisregner, die von der Decke hingen. Das hatte zwei Nachteile: Es verbrauchte viel Wasser, und die ständige Nässe förderte Pilzkrankheiten. Mit der Tröpfchenbewässerung ist beides Geschichte. Bayer verbraucht nur noch halb so viel Wasser wie früher, und die Pflanzen bleiben trocken, was den Pilzbefall drastisch reduziert.

Die Umstellung ist aufwendig und teuer. Pro Hektar kostet die Installation der Tropfschläuche rund 10.000 Euro. Die Schläuche müssen vor der Pflanzung in den Boden gelegt werden, und die gesamte Anlage wird automatisch gesteuert. Ein Sensor misst die Sonneneinstrahlung und reguliert die Bewässerung passgenau. Doch die Investition rechnet sich: Die Erntemenge steigt, weil die Pflanzen kontinuierlich mit Wasser versorgt werden, und die Qualität der Früchte verbessert sich.

Auch Landwirt Michael Kinzinger aus Vaihingen an der Enz hat in moderne Bewässerung investiert. Er sammelt Regenwasser von seinen Hofdächern in einem neuneinhalb Meter tiefen See mit 2,3 Millionen Litern Fassungsvermögen. In Hitzeperioden beregnet er seine Kartoffelfelder nachts mit Kreisregnern, um die Verdunstung zu minimieren. Für seine Weinberge nutzt auch er die Tröpfchenbewässerung.

Die Methode hat einen weiteren Vorteil: Da die Pflanzen nicht mehr nass werden, braucht Bayer kaum noch Pflanzenschutzmittel. Stattdessen setzt er auf Nützlinge, die Schädlinge fressen. Das schont die Umwelt und senkt die Kosten.

Die Tröpfchenbewässerung ist kein Allheilmittel, aber sie zeigt, wie Landwirtschaft sich an den Klimawandel anpassen kann. Sie macht die Erträge berechenbarer, spart Wasser und verbessert die Qualität. Für viele Landwirte ist sie der Weg, auch in Zukunft erfolgreich zu wirtschaften.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Mit Tröpfchenbewässerung sparen Bauern 50% Wasser und ernten mehr – klingt nach Zukunft, oder?"

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