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Erdwärme könnte ein Viertel des deutschen Heizbedarfs decken

Forschende senken Kosten durch Recycling alter Öl- und Gasbohrlöcher und nutzen den Untergrund als Wärmespeicher.

Rund 99 Prozent unserer Erde sind heißer als 100 Grad Celsius. Diese Energie, die tief unter unseren Füßen schlummert, nennt sich Geothermie – oder einfach Erdwärme. Sie ist grundlastfähig, das heißt, sie steht rund um die Uhr zur Verfügung, unabhängig von Wetter oder Tageszeit. Theoretisch könnte sie uns unabhängig von geopolitischen Abhängigkeiten machen. Doch warum heizen wir nicht schon längst überall mit Erdwärme?

Ein zentrales Hindernis ist das sogenannte Fündigkeitsrisiko. Bohrungen in drei bis vier Kilometern Tiefe sind extrem kostspielig. Stadtwerke und Investoren müssen vorab sicher sein, dass sie dort tatsächlich heißes Wasser in ausreichender Menge fördern können. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung nutzt seit 25 Jahren die Forschungsplattform Groß Schönebeck als Feldlabor, um genau diese Unsicherheiten zu reduzieren – durch innovative Methoden und ein tieferes Verständnis des Untergrunds.

Ein besonders innovativer Ansatz zur Kostensenkung ist das Projekt „TRANSGEO“. Hier untersuchen Forschende, ob Zehntausende bereits vorhandene, aber stillgelegte Bohrungen der Öl- und Gasindustrie für die Geothermie „recycelt“ werden können. Das spart Zeit und immense Investitionskosten. Zudem zeigt das Beispiel Berlin-Adlershof, wie der Untergrund als saisonaler Wärmespeicher dienen kann: Industrielle Überschusswärme aus dem Sommer wird tief im Boden für den kalten Winter zwischengelagert.

„Momentan gehen Studien davon aus, dass mindestens ein Viertel des Wärmebedarfs für Deutschland über Geothermie und geothermische Verfahren gedeckt werden kann. Mit weiterer Forschung ist auch ein erheblich höherer Anteil darüber abdeckbar“, sagt Dr. Sven Fuchs, Leiter der Arbeitsgruppe Hydrothermale Geothermie am GFZ. Die Herausforderung besteht nun darin, die Prozesse im Untergrund optimal mit den Versorgungsnetzen an der Oberfläche zu synchronisieren. Damit der Umstieg gelingt, müssen Wissenschaft und Energieversorger in den kommenden Jahren noch enger zusammenarbeiten.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Alte Öl-Bohrlöcher werden zu Heizquellen umfunktioniert. Genau das passiert gerade in Deutschland."

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