Erste Aufnahmen eines Fisches mit durchsichtigem Kopf
Forscher filmen den Gespensterfisch Winteria telescopa erstmals in der Tiefsee – ein Fenster in eine unbekannte Welt.

In der Tiefsee, etwa 1.300 Kilometer nordöstlich vor der brasilianischen Küste, liegt die Doldrums Megatransform and Fracture Zone – ein Gebiet, das Geologen und Biologen gleichermaßen fasziniert. Während einer 35-tägigen Expedition des Schmidt Ocean Institutes untersuchten Forscher diesen Teil des Ozeans mit Tauchrobotern. Dabei stießen sie nicht nur auf zwei außergewöhnliche Hydrothermalquellenfelder, sondern auch auf einige der bizarrsten Lebewesen der Tiefsee.
Hydrothermalquellen sind heiße, mineralreiche Quellen am Meeresboden, die entlang des Mittelatlantischen Rückens häufig vorkommen. In der Doldrums-Bruchzone waren sie bislang unbekannt. Die Forscher fanden ein Feld, das so groß ist wie 14 Fußballplätze und mindestens 23 einzelne Quellen umfasst. Diese Quellen sind besonders, weil sie durch Serpentinisierung entstehen – eine chemische Reaktion, bei der Gestein aus dem Erdmantel mit Meerwasser reagiert. Weltweit gibt es nur wenige solcher hybriden Systeme.
Um diese Quellen herum gedeihen einzigartige Ökosysteme. Bakterien wandeln Schwefelverbindungen aus dem Wasser in Energie um und bilden die Basis für Anemonen, Krustentiere und Muscheln. Die Wissenschaftler vermuten, dass Transformationsstörungen wie das Doldrums-System eine viel größere Rolle bei der Zirkulation von Tiefenwasser spielen als bisher angenommen.
Doch der Höhepunkt der Expedition waren die ersten Bilder des Gespensterfisches Winteria telescopa in seinem natürlichen Lebensraum. Diese Fische haben durchsichtige, mit Flüssigkeit gefüllte Köpfe, in denen sich röhrenförmige Augen befinden. Anders als die meisten Fische, deren Augen seitlich angeordnet sind, schauen diese Augen nach oben – perfekt, um selbst das schwächste Restlicht und Biolumineszenz von oben wahrzunehmen. Bisher kannte man diese Tiere nur aus Fängen, die sie an die Oberfläche brachten – was ihren empfindlichen Körper oft zerstörte. Die neuen Aufnahmen zeigen sie nun unversehrt in ihrer Welt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir einen Fisch vor, dessen Kopf durchsichtig ist und dessen Augen nach oben schauen – jetzt gibt es die ersten Bilder davon!"
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