Erster Zwergfuchs auf Cozumel seit 2001 fotografiert
Der seltene Fuchs der mexikanischen Insel wurde nach 22 Jahren erstmals wieder gesichtet und dokumentiert.

Seit mindestens 5000 Jahren leben auf der mexikanischen Karibikinsel Cozumel Füchse einer rätselhaften Art. Wissenschaftler kennen sie nur von Knochenfunden nahe alter Maya-Siedlungen – lebend gesehen hat sie fast niemand. Die Tiere sind vermutlich nahe mit den Graufüchsen des amerikanischen Festlands verwandt, aber deutlich kleiner: Erwachsene Exemplare sind 60 bis 80 Prozent schmächtiger als ihre festländischen Verwandten. Das ist typisch für Inseltiere, die im Laufe der Evolution oft schrumpfen, während kleinere Arten auf Inseln manchmal zu Riesen werden.
Im September 2023 meldeten Anwohner einen desorientierten Fuchs, der sich nahe einer Straße herumtrieb. Rafael Chacón vom Zentrum für Naturschutz und Bildung auf Cozumel schnappte sich seine Kamera und suchte das Tier. Mit Helfern fing er den Fuchs ein, untersuchte ihn und setzte ihn wenige Tage später an einem besseren Ort aus. Es war die erste bestätigte Sichtung eines lebenden Zwergfuchses seit 2001 – und die erste Fotografie überhaupt.
Noch ist unklar, ob es sich um eine eigene Art, eine Unterart oder nur eine isolierte Inselpopulation der Graufüchse handelt. Die Forscher vermuten, dass sich die Cozumel-Füchse seit mindestens 5000, wahrscheinlich sogar 13.000 Jahren oder länger getrennt von den Festlandtieren entwickelt haben. Auf der Insel gibt es bereits zwei andere anerkannte Zwergraubtiere: den Zwergwaschbär und den Zwergnasenbär. Vor der kalifornischen Küste existiert zudem eine eigene Zwergfuchsart, die von den Graufüchsen abstammt.
Chacón und sein Team wollen nun mit Kamerafallen und Umwelt-DNA-Analysen den Bestand und das Verhalten der Tiere erfassen. Eine eigens eingerichtete Website soll über die Füchse informieren. Die Forscher gehen davon aus, dass die Tiere extrem selten sind – der Fund gibt ihnen aber die Chance, mehr über diese geheimnisvollen Inselbewohner zu erfahren und sie besser zu schützen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor: Ein Fuchs, den seit 22 Jahren niemand mehr gesehen hat – und jetzt gibt es das erste Foto."
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