Zurück
kultur Australien · AU

Erstes Meeresschutzgebiet der Aborigines in Australien

237.489 Hektar Küste und Meer unter indigener Verwaltung – ein Modell für ganz Australien.

15. Juni 2026 1 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Für die Karajarri im Nordwesten Australiens sind Küste, Riffe, Feuchtgebiete und Wüste kein getrennter Besitz – sie bilden ein einziges Erbe, das durch Gesetz, Erinnerung, Arbeit und Verantwortung zusammengehalten wird. Diese jahrtausendealte Beziehung hat nun eine neue, offizielle Anerkennung erhalten. Im März weihten die Karajarri das ‚Karajarri Jurarr Ngurra‘ ein – Australiens erstes ‚Sea Country Indigenous Protected Area‘, also ein Meeresschutzgebiet in indigener Verwaltung.

Das Schutzgebiet erstreckt sich über 237.489 Hektar – das entspricht etwa der Fläche des Saarlands – und umfasst marine und küstennahe Ökosysteme, darunter einen Teil des Malumpurr, wie die Karajarri den 80-Meilen-Strand nennen. Die Region ist reich an Leben: Flachrückenschildkröten (Natator depressus) nisten am Strand, Zugvögel nutzen die Feuchtgebiete, und Sägerochen durchziehen die Gewässer. Wissenschaftler erfassen diese Arten durch Studien und Managementpläne – die Karajarri kennen sie durch jahrhundertelange Präsenz, genaue Beobachtung und über Generationen weitergegebene Verantwortung.

Das neue Schutzgebiet ist der Höhepunkt von drei Jahrzehnten rechtlicher und politischer Arbeit. Zunächst sicherten sich die Karajarri die Anerkennung ihrer Landrechte, dann richteten sie ein landbasiertes Indigenous Protected Area ein und entwickelten ein Ranger-Programm. Der Schutz des Meeres ist der nächste Schritt – er gibt einer bestehenden Beziehung formelles Gewicht. Jesse Ala’i, früherer Land- und Sea-Country-Manager der Karajarri Traditional Lands Association, bringt es auf den Punkt: ‚Um gesundes Land zu haben, braucht man gesunde Menschen.‘ Und umgekehrt: ‚Gesunde Menschen brauchen gesundes Land.‘

Australiens Indigenous Protected Areas machen inzwischen mehr als die Hälfte des Fortschritts des Landes aus, um 30 Prozent der Flächen unter Schutz zu stellen – ein internationales Ziel, das viele Länder anstreben. Das Karajarri-Modell zeigt, wie indigene Selbstverwaltung und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Es ist ein Beispiel dafür, dass traditionelles Wissen und moderne Schutzziele sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig verstärken.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor: Ein ganzes Meeresschutzgebiet wird von den Ureinwohnern selbst verwaltet – und es funktioniert."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus kultur