Fledermäuse bestäuben Agaven für Tequila
Mexikanische Langzungenfledermäuse sind entscheidend für die Bestäubung von Agaven, die für Tequila und Mezcal benötigt werden.

Die mexikanische Langzungenfledermaus (Choeronycteris mexicana) ist ein Meister der Anpassung: Ihre Zunge kann fast acht Zentimeter lang werden und ist mit haarähnlichen Fortsätzen, sogenannten Papillen, bedeckt. Damit erreicht sie den Nektar tief in den Blüten der Agavenpflanze – und bestäubt dabei die Blüten. Der Biologe Peter Hudson von der Penn State University fotografierte diesen Moment 2019 in der Sonora-Wüste in Arizona, nahe der Grenze zu Mexiko. „Diese Fledermäuse fliegen herum wie kleine Kinder auf einem Zuckerrausch“, beschreibt Hudson ihr Verhalten. Sie nehmen so viel zuckerhaltigen Nektar auf, dass sie scheinbar vor Freude Loopings fliegen.
Die Agave ist die Grundlage für zwei der bekanntesten mexikanischen Spirituosen: Tequila und Mezcal. In den letzten zehn Jahren ist die Produktion von Mezcal um mehr als 700 Prozent gestiegen, angetrieben durch die wachsende Exportnachfrage. Ohne die Bestäubung durch Fledermäuse wäre die Vermehrung vieler Agavenarten gefährdet. Die Tiere sind also nicht nur faszinierende Lebewesen, sondern auch unverzichtbare Helfer für die Wirtschaft und Kultur Mexikos.
Die Region, in der Hudson die Aufnahme machte, ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Neben den Fledermäusen leben dort Trogone und Schwarzschwanz-Hasen. Die Fledermäuse ernähren sich hauptsächlich von Agavennektar, Kaktusblüten, weichen Früchten und gelegentlich Insekten. Hudson nutzte einen Bewegungsauslöser und Blitz, um den schnellen Moment einzufangen. „Es passiert alles so schnell“, sagt er. „Man muss die Fledermaus erwischen, während sie in die Pflanze fliegt, und sehen, ob man sie im Moment des Aufpralls einfangen kann.“
Die Bedeutung dieser Bestäubung geht weit über die Spirituosenproduktion hinaus. Agaven sind auch für die lokale Biodiversität und die traditionelle Landwirtschaft wichtig. Der Schutz der Fledermäuse und ihrer Lebensräume ist daher nicht nur eine Frage des Artenschutzes, sondern auch der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Die Aufnahme von Hudson erinnert daran, wie eng Natur und menschliche Kultur miteinander verwoben sind.
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„Wusstest du, dass Fledermäuse mit ihren langen Zungen dafür sorgen, dass wir Tequila genießen können?"
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