Forensik-Pulver überführt Elfenbein-Wilderer
Ein Fingerabdruck-Pulver macht Elfenbein zum Beweismittel: 200 Kits in 40 Ländern führten schon zu Festnahmen.
Ein Foto einer grünen Meeresschildkröte, das aussieht wie eine ruhige Unterwasseraufnahme – bei genauerem Hinsehen zeigt sich darauf ein menschlicher Handabdruck, sichtbar gemacht durch forensisches Pulver unter ultraviolettem Licht. Die britische Fotografin Britta Jaschinski hat das Bild bewusst so gestaltet, um eine stille Botschaft zu zeigen: Wilderei hinterlässt Spuren, die Wissenschaft heute sichtbar machen kann.
Entwickelt wurde die Technik von der Wildlife Crime and Forensics Unit, einer auf Tierschutzkriminalität spezialisierten Einheit in Großbritannien. Das Verfahren kann Fingerabdrücke, Blut, Körperflüssigkeiten und Schmauchspuren von Schusswaffen sichtbar machen – und liefert Ermittlern damit erstmals belastbare Beweise gegen Wilderer und die Netzwerke, die den illegalen Handel mit Wildtierprodukten organisieren.
Am Flughafen Heathrow demonstriert der Forensiker Mark Moseley von der Metropolitan Police London die Methode an einem beschlagnahmten Elefantenstoßzahn: Ein neu entwickeltes magnetisches Pulver macht menschliche Fingerabdrücke direkt auf dem Elfenbein sichtbar. Mehr als 200 solcher Fingerabdruck-Kits wurden mittlerweile an Grenzbehörden in 40 Ländern in Afrika und Asien verteilt.
Die Ergebnisse zeigen sich bereits konkret. In Kenia führte ein mit einem dieser Kits gesicherter Fund zu 15 Festnahmen, darunter fünf Polizeibeamte, sowie zur Beschlagnahmung von elf Elefantenstoßzähnen. Damit ist Elfenbein nicht länger nur Beweis dafür, dass ein Tier getötet wurde – zum ersten Mal zeigt es auch, wer dafür verantwortlich ist.
Eine weiße Variante des Pulvers kommt inzwischen zusätzlich bei der Sicherung von Nashorn-Hörnern und Schuppentier-Schuppen zum Einsatz. Der Vorteil: Die Pulver sind kostengünstig, lassen sich leicht vor Ort einsetzen und funktionieren auch dort, wo aufwendige DNA-Analysen aus Zeit- oder Kostengründen nicht möglich sind.
Jaschinskis Foto ist Teil der Ausstellung Earth Photo 2026 der Royal Geographical Society, die noch bis zum 24. Juli in London zu sehen ist, bevor sie durch Großbritannien tourt. Für die Fotografin ist das Bild mehr als ein künstlerisches Statement: Es zeigt, dass Forensik zu einem der wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen die Ausbeutung von Wildtieren geworden ist.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor: Ein Spezialpulver macht Fingerabdrücke auf Elfenbein sichtbar. In Kenia führte das direkt zu 15 Festnahmen, darunter fünf Polizisten."
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