Tampons werden zum medizinischen Diagnose-Werkzeug
Was jede Frau kennt, könnte künftig Krankheiten früh erkennen – ganz ohne Arztbesuch.
Manchmal entstehen die folgenreichsten Erfindungen aus Frust. Als Ridhi Tariyal Anfang dreißig war, bat sie ihre Frauenärztin um einen Fruchtbarkeitstest. Die Ärztin wies die Bitte ab – ein solcher Test sei nicht möglich.
Tariyal wusste es besser. Mit einem MBA von Harvard und einem Masterabschluss in biomedizinischem Unternehmertum vom MIT kannte sie das Anti-Müller-Hormon, einen etablierten Marker für die Eierstockreserve, also einen Anhaltspunkt dafür, wie viele Eizellen einer Frau noch zur Verfügung stehen. Der Test existierte. Dennoch wollte ihre Ärztin ihn nicht anordnen.
Die Erfahrung frustrierte sie so sehr, dass sie ihre eigene Gesundheit zum Forschungsprojekt machte. „Es gibt Tausende Frauen wie mich“, sagt Tariyal, heute 45. Frauen bekämen immer später Kinder, hätten aber kaum einfache Möglichkeiten, sich über ihren Zustand zu informieren.
Ihr Ansatz: Menstruationsblut, das bislang als bloßer Abfall behandelt wird, enthält eine Fülle medizinischer Informationen. Über den Tampon lässt sich dieses Blut gewinnen und auswerten – für Tests, die Frauen sonst nur mit ärztlicher Erlaubnis und im Labor bekommen.
Damit würde aus einem Alltagsprodukt ein niedrigschwelliges Diagnose-Werkzeug: unkompliziert, zu Hause, ohne das Gefühl, um jeden Test kämpfen zu müssen.
Die eigentliche gute Nachricht steckt hinter der Technik: Wenn Frauengesundheit ernst genommen wird, entstehen daraus konkrete medizinische Fortschritte, von denen sehr viele Menschen profitieren können.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Menstruationsblut galt als Abfall. Eine Forscherin macht daraus ein Diagnose-Werkzeug, das Frauen Tests bringt, die man ihnen sonst verweigert."
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