Forscher entwickeln Pillen-Ansatz zur Lungenkrebs-Prävention
Ein Bluttest und entzündungshemmende Medikamente könnten Lungenkrebs verhindern

Lungenkrebs ist die tödlichste Krebserkrankung der Welt – mehr Menschen sterben daran als an Brust-, Prostata- und Blutkrebs zusammen. Ein internationales Forscherteam hat nun einen Ansatz vorgestellt, der die Erkrankung möglicherweise verhindern könnte. Die Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen und der Entstehung von Lungenkrebs identifiziert, der eine völlig neue Präventionsstrategie ermöglicht.
Die Idee ist ebenso einfach wie vielversprechend: Ein Bluttest soll Menschen identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs tragen. Diese könnten dann mit relativ einfachen entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden, um die Krebsentstehung von vornherein zu verhindern. Die Forschung, die im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, bezeichnet dieses Feld als „Krebs-Interception“ – also das Abfangen der Krankheit, bevor sie überhaupt ausbrechen kann.
Die Studie zeigt, dass Entzündungsprozesse eine Schlüsselrolle bei der Krebsentstehung spielen. Indem man diese Prozesse frühzeitig erkennt und unterbricht, könnte man die Entwicklung von Lungenkrebs verhindern. Die Forscher betonen, dass es sich um einen Paradigmenwechsel handelt: Statt Krebs zu behandeln, wenn er bereits ausgebrochen ist, setzt man an, bevor er überhaupt entstehen kann.
Der Ansatz könnte besonders für Risikogruppen wie Raucher oder Menschen mit familiärer Vorbelastung relevant sein. Die Wissenschaftler arbeiten nun daran, die Blutmarker zu validieren und klinische Studien vorzubereiten. Sollte sich der Ansatz bestätigen, könnte er die Krebsprävention revolutionieren und Millionen von Menschenleben retten.
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