Mikronesien beendet Telekom-Monopol: Internet 99% billiger
Seit die Regierung 2014 ihr Telekom-Monopol beendete, ist Internet in Mikronesien 20-mal verbreiteter und 99% billiger geworden.

Wer auf einer der mehr als 600 Inseln der Föderierten Staaten von Mikronesien lebt, kannte bis vor gut zehn Jahren nur einen einzigen Anbieter für Telefon und Internet: die staatliche FSM Telecommunications Corporation, deren Vorstand direkt von Präsident und Gouverneuren bestimmt wurde.
Ein Monopol wie dieses bedeutet in der Regel: kaum Investitionen in neue Technik, dafür hohe Preise. Genau das war jahrzehntelang die Realität im mikronesischen Pazifik, einem Land, das sich über 2,9 Millionen Quadratkilometer Ozean erstreckt.
2014 änderte sich das grundlegend: Auf Drängen der Weltbankgruppe verabschiedete das Land ein neues Telekommunikationsgesetz, das die Monopolstellung der FSM Telecommunications Corporation beendete. Seither dürfen private Unternehmen wie Kacific, Starlink Pacific, iSolutions Micronesia und iBoom um Kundinnen und Kunden konkurrieren.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Internetnutzung ist um das 20-Fache gestiegen und erreicht mittlerweile 88 Prozent der Bevölkerung. Mobiles Internet, das früher umgerechnet 705 US-Dollar pro Megabit und Sekunde kostete, ist heute für 30 US-Dollar zu haben.
Möglich wurde das auch durch massive Investitionen in Infrastruktur: Mehr als 1.500 Kilometer Unterseekabel wurden verlegt, dazu kamen moderne Satellitenschüsseln – Empfangsanlagen für Satelliteninternet – auf den entlegensten Inseln des Archipels, wo Kabel technisch kaum zu verlegen sind.
Diese Anbindung ist längst keine Nebensache mehr: Digitale Behördendienste, etwa in der Gesundheitsversorgung, bei digitalen Ausweisen oder sogar bei Wahlen, sind auf verlässliches Internet angewiesen – gerade auf Inseln, die tagelange Bootsfahrten von der Hauptstadt trennen.
Auch die Nachbarländer profitieren: Über das neue East-Micronesia-Kabelsystem, für das Mikronesien zum Landepunkt wurde, sind inzwischen auch die Inselstaaten Kiribati und Nauru besser angebunden.
Unterstützt wird der digitale Ausbau zusätzlich durch das 2020 gestartete Digital-FSM-Projekt der Weltbank, das weitere Investitionen in die Infrastruktur des Landes finanziert.
Das Beispiel Mikronesien zeigt, wie stark der Zugang zu Wissen, Behördenleistungen und wirtschaftlichen Möglichkeiten davon abhängt, ob ein Markt für Wettbewerb geöffnet wird – gerade in Regionen, die geografisch besonders schwer zu erschließen sind.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„In Mikronesien kostete mobiles Internet mal 705 Dollar pro Megabit – nach dem Ende des Staatsmonopols sind es nur noch 30."
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