Ökologie

Füchse lernen, Schildkröteneier zu meiden

Australische Forscher trainieren Füchse mit Vanilleduft, um bedrohte Schildkröten zu schützen.

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Australische Forscher trainieren Füchse mit Vanilleduft, um bedrohte Schildkröten zu schützen.

Am Ufer der Ryan’s Lagoon im Südosten Australiens gräbt Ligia Pizzatto ein kleines Loch in den Boden. Die Biologin der La Trobe University legt vorsichtig ein Ei hinein, bedeckt es mit Erde und besprüht die Stelle mit einer feinen Dusche. Vanilleduft erfüllt die Luft – süßlich, ungewohnt zwischen feuchter Erde und Eukalyptusbäumen. Pizzatto sucht nach weiteren Stellen, stößt aber auf verstreute Knochen. „Schildkrötenknochen“, sagt sie. „Wahrscheinlich von einem Fuchs gefressen.“

Diese Knochen sind ein Symptom einer viel größeren Krise. Die Süßwasserschildkröten im Murray-Darling-Becken, einem der wichtigsten Flusssysteme Australiens, sind stark bedroht. Eingeschleppte Füchse töten nicht nur die Weibchen, die an Land kommen, sondern graben auch die Nester aus und fressen die Eier. Die Bestände brechen zusammen. Pizzatto testet einen ungewöhnlichen Ansatz: Sie will die Füchse umerziehen, ohne sie zu töten.

Die Idee ist simpel: Die Forscher legen mit Vanille parfümierte Hühnereier in die Nester. Die Füchse fressen die Eier, werden aber durch einen harmlosen Wirkstoff übel. Nach ein paar Versuchen verbinden sie den Vanilleduft mit Übelkeit und meiden fortan alle Eier, die so riechen – auch die echten Schildkröteneier. Die Methode nennt sich „Geschmacks-Aversionstraining“ und wurde bereits bei anderen Tieren erfolgreich eingesetzt.

Erste Tests zeigen, dass die Füchse tatsächlich lernen. Die Forscher hoffen, dass die Tiere den Duft auf natürliche Schildkröteneier übertragen und so die Nester schützen. Der große Vorteil: Es müssen keine Füchse getötet werden, was in der Bevölkerung oft auf Widerstand stößt. Zudem bleibt das ökologische Gleichgewicht erhalten, da Füchse auch andere Schädlinge kontrollieren.

Sollte sich die Methode bewähren, könnte sie nicht nur den Schildkröten helfen. Ähnliche Trainingsprogramme wären denkbar für andere invasive Räuber, die bedrohte Arten plündern. Die Arbeit von Pizzatto zeigt, dass Koexistenz mit eingeschleppten Arten möglich ist – wenn man ihr Verhalten versteht und klug nutzt.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.

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