Zurück
gesundheit Vereinigtes Königreich · GB

Gentherapie schickt Lupus-Patienten in Remission

5 von 9 Patienten mit Lupus-Nephritis nach CAR-T-Zell-Therapie symptomfrei – Hoffnung auf Heilung

Eine genetische Therapie, die bereits die Krebsbehandlung revolutioniert hat, zeigt nun auch bei Lupus bemerkenswerte Erfolge. Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise gesunde Zellen – vor allem in den Nieren – angreift. Bislang galt die Krankheit als unheilbar, doch eine Studie am University College London Hospital (UCLH) gibt nun Anlass zu Hoffnung.

Die sogenannte CAR-T-Zell-Therapie nutzt körpereigene weiße Blutkörperchen, die aus dem Blut der Patienten entnommen werden. Diese werden im Labor genetisch so umprogrammiert, dass sie gezielt krankheitsverursachende Zellen aufspüren und zerstören. Bei Krebs werden damit Tumorzellen bekämpft; bei Lupus hingegen soll das fehlgeleitete Immunsystem zurückgesetzt werden.

In der Studie wurden neun Patienten mit Lupus-Nephritis behandelt, einer schweren Nierenentzündung, die durch Lupus verursacht wird. Sechs von ihnen erhielten eine niedrigere Dosis der Therapie, drei eine höhere. Bereits nach drei Monaten waren fünf der sechs Patienten aus der Niedrigdosis-Gruppe in Remission – das heißt, ihre Symptome waren vollständig verschwunden. Dieser Zustand hielt während der gesamten elfmonatigen Nachbeobachtungszeit an.

Eine der Patientinnen ist Katie Tinkler. Vor der Behandlung verschlechterten sich ihre Lungen, ihr Herz und ihre Nieren zusehends. Nach der Therapie konnte sie ihren Traum verwirklichen und zum ersten Mal Ski fahren – und auf der Hochzeit ihrer Tochter tanzen. „Mein Leben vor zwei Jahren und heute – das ist nicht wiederzuerkennen. Ich fühle mich gesegnet“, sagte sie dem Guardian.

Professor Karl Peggs, Leiter des biomedizinischen Forschungszentrums am UCLH, nannte die Ergebnisse „bahnbrechend“ und sprach von „neuer Hoffnung für Menschen mit Lupus“. Sollten sich die Resultate in größeren Studien bestätigen, sei eine Heilung der Krankheit „nicht mehr außer Reichweite“. Die höher dosierten Patienten werden noch weiter beobachtet.

Die CAR-T-Zell-Therapie wurde bereits 2018 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Dass sie nun auch bei Autoimmunerkrankungen wirken könnte, eröffnet völlig neue Perspektiven. Die Idee eines „Immun-Resets“ – also einer Art Neustart des fehlgeleiteten Immunsystems – könnte langfristig nicht nur Lupus, sondern auch andere Autoimmunerkrankungen behandelbar machen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor: Eine einmalige Gentherapie schickt Lupus-Patienten in Remission. Eine Frau konnte danach endlich Ski fahren."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus gesundheit