Großbritannien verbietet Social Media für unter 16-Jährige
Ab Frühjahr 2026 dürfen Minderjährige unter 16 keine Accounts mehr bei TikTok, Instagram & Co. haben – ein Novum in Europa.

Die britische Regierung hat ein weitreichendes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige angekündigt. Ab Frühjahr 2026 dürfen Minderjährige keine Accounts mehr auf Plattformen wie TikTok, Snapchat, Instagram, Facebook, X und YouTube besitzen. Messaging-Dienste wie WhatsApp und Signal sind ausgenommen. Die Maßnahme folgt einem Bericht der Academy of Medical Royal Colleges, der warnte, dass Kinder „kontinuierlich hasserfüllten, süchtig machenden und zutiefst belastenden Inhalten“ ausgesetzt seien. Die Ärzteorganisation stellte die Sorge um Social Media und Smartphone-Nutzung auf eine Stufe mit Rauchen und Anschnallpflicht.
Die Ankündigung wurde von der Smartphone Free Childhood Movement begrüßt, einer Elterninitiative. Mitgründer Joe Ryrie sagte: „Für Eltern war es ein Kampf gegen die mächtigsten Unternehmen der Welt. Heute fühlt sich an wie ein Wendepunkt.“ Das Verbot sei ein großer Schritt, weil Millionen Kinder nun ein paar Jahre mehr hätten, um aufzuwachsen, bevor sie in Online-Umgebungen eintauchen, die nie für ihr Wohlbefinden gemacht wurden.
Großbritannien folgt Australien, das im Dezember 2024 als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige erließ. Auch in Frankreich wurde ein Gesetz für unter 15-Jährige verabschiedet. Dänemark und Neuseeland erwägen ähnliche Regelungen. Kritiker wie Chris Sherwood von der britischen Kinderschutzorganisation NSPCC warnen, dass die Verbote Teenager in weniger regulierte Online-Räume treiben könnten. Dennoch wächst der Druck auf die Tech-Konzerne: Im März 2024 verurteilte ein Gericht in Los Angeles Meta und YouTube zur Zahlung von Schadensersatz, weil sie süchtig machende Produkte entwickelt hätten, die einem jungen Nutzer schadeten.
Die britische Technologieministerin Liz Kendall sagte: „Tech-Unternehmen hatten unzählige Gelegenheiten, Kinder zu schützen, aber sie haben versagt. Deshalb nehmen wir ihnen die Macht aus der Hand und geben sie den Eltern zurück.“ Das Gesetz markiert einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Social Media und Kinderschutz – und könnte Signalwirkung für andere Länder haben.
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„Stell dir vor: Kein TikTok, kein Instagram für unter 16-Jährige. Großbritannien macht ernst – und Eltern feiern es."
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