Neuseeland: Wale sollen Rechtspersonen werden
Ein neues Gesetz erkennt Wale als juristische Personen an – ein Meilenstein für den Artenschutz.

Wale sind die größten Tiere der Erde – und doch haben sie bisher kaum Rechte. Das könnte sich in Neuseeland ändern. Dort wurde der sogenannte Tohorā Oranga Bill vorgeschlagen, ein Gesetz, das Walen den Status juristischer Personen verleihen würde. Das bedeutet: Wale hätten eigene Rechte, die vor Gericht verteidigt werden können – ähnlich wie bei Unternehmen oder Flüssen, die in manchen Ländern bereits als Rechtspersonen anerkannt sind.
Der Gesetzesentwurf knüpft an indigene Traditionen an. Die Māori, die Ureinwohner Neuseelands, sehen Wale seit jeher als Vorfahren und Verbündete. Schon 2021 erklärten sie mit der Erklärung He Whakaputanga Moana die Wale zu Rechtspersonen. Der neue Gesetzesvorschlag würde diese Anerkennung nun auf staatlicher Ebene festschreiben.
Doch während Neuseeland voranschreitet, sieht es anderswo düster aus. Im Golf von Mexiko leben nur noch 51 Rice-Wale – eine Art, die durch Ölbohrungen und Schiffsverkehr an den Rand der Ausrottung gebracht wurde. In den USA wurden die Schutzbestimmungen des Endangered Species Act, des Gesetzes zum Schutz bedrohter Arten, zuletzt geschwächt. Das zeigt: Der Kampf um den Schutz der Wale wird zunehmend in Gerichtssälen entschieden.
Die ‚Rights of Nature‘-Bewegung, zu der auch dieser Vorstoß gehört, wächst weltweit. Sie verleiht der Natur eigene Rechte – nicht als Besitz des Menschen, sondern als eigenständige Rechtssubjekte. In Ecuador, Bolivien und Indien gibt es bereits ähnliche Ansätze. Sollte das neuseeländische Gesetz verabschiedet werden, könnte es ein Vorbild für andere Länder sein, die den Schutz bedrohter Arten auf eine neue rechtliche Grundlage stellen wollen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, Wale bekommen eigene Rechte – wie Menschen. Neuseeland macht es möglich."
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