Handelsverbot rettet leuchtend blauen Gecko vor Ausrottung
40.000 Tiere wurden in fünf Jahren gefangen – jetzt erholt sich die Art durch Schutzmaßnahmen.

Der türkise Zwerggecko – wissenschaftlich Lygodactylus williamsi – ist ein kleines Wunder der Natur. Die Männchen leuchten in einem intensiven Blau, einer der seltensten Farben im Tierreich. Sie werden nur sechs bis neun Zentimeter groß und leben ausschließlich auf Schraubenbäumen in zwei kleinen Waldreservaten in Zentraltansania: Kimboza und Ruvu. Zusammen sind diese Schutzgebiete nur 34 Quadratkilometer groß – etwa die Fläche von München.
Diese Seltenheit wurde den Tieren zum Verhängnis. Zwischen Dezember 2004 und Juli 2009 stieg die Nachfrage aus Europa explosionsartig. Schätzungsweise 40.000 Geckos wurden gefangen und exportiert. Auf Messen kostete ein Exemplar bis zu 600 Euro – rund 700 US-Dollar. „Innerhalb von drei oder vier Jahren war die Art überall in Europa zu sehen. Man konnte sie in jeder Tierhandlung kaufen“, erinnert sich Dennis Rödder, Herpetologe am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels in Deutschland.
Die Weibchen sind grün-bräunlich gefärbt und tarnen sich perfekt im Blattwerk. Die Männchen dagegen müssen auffallen, um Weibchen anzulocken – und genau das wurde ihnen zum Verhängnis. Sie sind tagaktiv, verteidigen ihr Revier erbittert und vertreiben sogar den eigenen Nachwuchs. Ihr gesamtes Leben spielt sich auf den Schraubenbäumen ab, die nur in Kenia und Tansania wachsen.
Der Fall zeigt, wie verletzlich Arten sind, die auf extrem kleine Lebensräume angewiesen sind. Die beiden Wälder sind durch Landwirtschaft und Siedlungsdruck bedroht. Ohne Schutz wäre der Gecko innerhalb weniger Jahre aus der Natur verschwunden. Die internationale Gemeinschaft reagierte: Die Art wurde in den Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgenommen, was den kommerziellen Handel verbietet. Tansania verstärkte zudem die Kontrollen vor Ort.
Heute gilt der illegale Export als weitgehend gestoppt. Die Bestände erholen sich langsam, auch wenn die genauen Zahlen schwer zu ermitteln sind. Der Fall ist ein seltenes Beispiel dafür, wie ein Handelsverbot in Kombination mit lokalem Schutz tatsächlich wirkt – und wie eine Art, die fast ausgestorben wäre, eine zweite Chance bekommt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Dieser blaue Gecko war fast ausgestorben, weil Sammler bis zu 600 Euro dafür zahlten. Jetzt rettet ein Handelsverbot die Art!"
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