Künstliche menschliche Haut ersetzt Tierversuche
Würzburger Startup TigerShark Science entwickelt Hautmodell mit allen drei Schichten und Haaren.

Tierversuche sind in der medizinischen Forschung noch immer Standard – doch sie haben ein grundlegendes Problem: Mäuse haben Fell und eine deutlich dünnere Haut als Menschen. Das macht die Übertragbarkeit von Studienergebnissen schwierig. Das Würzburger Startup TigerShark Science setzt genau hier an und entwickelt künstliche menschliche Haut, die als präzise Alternative dienen soll.
Im Labor nutzen die Forschenden menschliche Stammzellen – das sind Zellen, die sich in verschiedene Gewebetypen verwandeln können – um die komplexen Strukturen unseres größten Organs nachzubauen. Während herkömmliche Modelle meist nur die oberste Hautschicht abbilden, gehen die Würzburger Wissenschaftler um Amelie Reigl einen entscheidenden Schritt weiter: Ihre Modelle umfassen alle drei Hautschichten und verfügen sogar über Haare. Diese Detailtiefe ist wichtig, damit die verschiedenen Zelltypen wie in einem echten Körper miteinander kommunizieren können.
„Je komplexer es wird, umso realistischer können wir unsere Hautmodelle dann auch für die Medikamentenentwicklung bereitstellen“, sagt Amelie Reigl, Wissenschaftlerin und Gründerin von TigerShark Science. Schon jetzt wird die künstliche Haut in der Kosmetik- und Pharmaindustrie eingesetzt, um Nebenwirkungen nachzuweisen, die in einfacheren Modellen oft unsichtbar bleiben. Das ist ein wichtiger Schritt, denn viele Substanzen, die an Mäusen getestet wurden, zeigten später beim Menschen unerwartete Reaktionen.
Trotz dieser Erfolge bleibt die vollständige Ersetzung von Tierversuchen eine Herausforderung. Aktuelle Modelle enthalten noch keine Blutgefäße oder Immunzellen – beides ist für die Reaktion auf Medikamente entscheidend. Die Forschung arbeitet jedoch bereits intensiv an der Integration dieser Komponenten sowie an speziellen Krankheitsmodellen für Hautkrebs oder die Wundheilung. Sollte das gelingen, könnte die künstliche Haut nicht nur Tierversuche überflüssig machen, sondern auch die Medikamentenentwicklung beschleunigen und sicherer machen.
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„Stell dir vor, Haut im Labor gezüchtet – mit Haaren! Das könnte Tierversuche bald ersetzen."
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