Heimbatterien lassen Australiens Strompreise stark sinken
Über 500.000 geförderte Batteriespeicher speichern Solarstrom – die Strompreise fielen dadurch landesweit um 47 Prozent.

Vor gut einem Jahr hat Australien ein Förderprogramm gestartet, das private Batteriespeicher stark bezuschusst – Teil eines größeren Plans, die enormen Mengen an Solarstrom zu nutzen, die sonst ungenutzt verpufften. Am Freitag gaben Behörden bekannt: Mehr als 500.000 Batterien wurden im Rahmen des Programms bereits installiert und haben mit dazu beigetragen, die Strompreise am Großhandelsmarkt – also den Preis, den Versorger untereinander für Strom zahlen – etwa zu halbieren.
Energieminister Chris Bowen sagte, Australien habe inzwischen mehr Heimbatterien installiert als die Vereinigten Staaten, ein Land mit zwölfmal so vielen Einwohnern. „Das ist eine Geschichte von globaler Bedeutung, die australische Haushalte hier geschrieben haben", sagte Bowen bei einer Pressekonferenz.
Australien ist weltweit führend bei Solardächern: Auf mehr als jedem dritten Haus liegen Solarpaneele, die höchste Quote weltweit. Doch der Solarüberschuss hat auch ein neues Problem geschaffen. Strömt an sonnigen Tagen zu viel Strom gleichzeitig aus privaten Dächern ins Netz, brechen die Preise ein, große Kraftwerke müssen zeitweise vom Netz gehen, was die Stabilität des Stromnetzes gefährdet – und ein erheblicher Teil des erzeugten Solarstroms geht schlicht verloren, weil ihn in diesem Moment niemand braucht.
Um diesen Überschuss zu nutzen, hat die Regierung unter anderem in Queensland, New South Wales und South Australia kostenlosen Strom am frühen Nachmittag eingeführt – für alle Haushalte, unabhängig davon, ob sie eigene Solarpaneele besitzen oder nicht. Ziel ist, mehr Menschen dazu zu bringen, in diesem Zeitfenster Geräte laufen zu lassen oder ihr Elektroauto zu laden.
Mit dem im Juli 2025 gestarteten Batterie-Förderprogramm will die Regierung zusätzlich erreichen, dass Haushalte mehr von ihrem eigenen Solarstrom selbst nutzen: Wer einen an eine Solaranlage angeschlossenen Batteriespeicher kauft, bekommt einen Zuschuss von 30 Prozent. Das Programm hat einen regelrechten Installationsboom ausgelöst. Australien werde seine Batteriekapazität in Privathaushalten dieses Jahr mehr als verdoppeln, berichtet Bloomberg.
Von dem Boom profitiert auch das Stromnetz insgesamt. Weil Haushalte am frühen Abend, wenn der Strombedarf seinen Höhepunkt erreicht, zunehmend auf gespeicherten Batteriestrom zurückgreifen, müssen Versorger seltener zusätzliche, teure Kraftwerke zuschalten – was laut Behörden auch die Kosten für alle anderen Stromkunden senkt. Das Förderprogramm sei „der Hauptfaktor dafür, dass der Großhandelspreis für Strom in Australien in den vergangenen zwölf Monaten um 47 Prozent gefallen ist", sagte Bowen. „Australien ist eines der ganz wenigen Länder weltweit, die mitten in einer globalen Energiekrise ihre Großhandelspreise senken."
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„In Australien haben über 500.000 Haushalte eine eigene Stromspeicher-Batterie bekommen – dadurch sind die Strompreise im ganzen Land um 47 Prozent gefallen."
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