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HIV-Prävention: Spritze alle 6 Monate schützt zu 100%

Zwei Studien mit 8.200 Teilnehmenden zeigen: Die Spritze Lenacapavir verhindert HIV-Infektionen besser als tägliche Pillen.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten nur zweimal im Jahr zum Arzt, um sich vor einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt zu schützen. Genau das verspricht ein neues Medikament namens Lenacapavir, das die Fachwelt derzeit in Aufruhr versetzt. In zwei groß angelegten klinischen Studien, die in mehreren Ländern Afrikas und Amerikas durchgeführt wurden, erkrankte kein einziger Mensch an HIV, der die Spritze erhielt – bei insgesamt über 8.200 Teilnehmenden.

Bisher galt die tägliche Einnahme einer Pille als Goldstandard der HIV-Prävention. Diese Pillen, bekannt unter den Markennamen Truvada oder Descovy, sind ebenfalls hochwirksam – aber nur, wenn man sie wirklich jeden Tag nimmt. Und genau hier liegt das Problem: Wer über Monate oder Jahre hinweg täglich eine Tablette schlucken muss, vergisst sie leicht oder lässt sie aus Bequemlichkeit weg. Die neue Spritze umgeht dieses Problem, indem sie den Wirkstoff direkt unter die Haut deponiert, von wo er über sechs Monate hinweg gleichmäßig freigesetzt wird.

Die Studien, die unter den Namen PURPOSE 1 und PURPOSE 2 liefen, waren so überzeugend, dass sie aus ethischen Gründen vorzeitig abgebrochen wurden. Es wäre unverantwortbar gewesen, die Kontrollgruppe länger ohne diesen wirksamen Schutz zu lassen. Die Ergebnisse wurden in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht und von Science Magazine sogar zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2024 gekürt.

Besonders bedeutsam ist dieser Fortschritt für Regionen mit hohen HIV-Infektionsraten, wie etwa Uganda oder Südafrika. In manchen dieser Länder ist Homosexualität illegal, was bedeutet, dass Menschen, die täglich eine HIV-Pille nehmen, dadurch ihre sexuelle Orientierung preisgeben könnten – mit potenziell gefährlichen Folgen. Die diskrete Spritze, die niemand sieht, könnte hier Leben retten, indem sie Schutz ermöglicht, ohne zu stigmatisieren.

Der Hersteller Gilead Sciences hat angekündigt, das Medikament in 120 einkommensschwachen Ländern zu einem Preis von etwa 40 Dollar pro Jahr anzubieten – das entspricht den reinen Herstellungskosten. Ab 2027 sollen zudem Generika-Hersteller lizenzierte Nachbauten produzieren dürfen, was die Versorgung weiter verbessern wird. Für die Industrienationen wird der Preis voraussichtlich höher liegen, aber auch hier dürften die Krankenkassen die Kosten übernehmen, da die Spritze auf lange Sicht billiger ist als die Behandlung von HIV-Infektionen.

Lenacapavir wirkt, indem es die schützende Hülle des Virus angreift – ein Teil des Erregers, der sich auch bei Mutationen nicht verändert. Das macht das Medikament resistent gegen die üblichen Anpassungen des Virus. Für Millionen Menschen weltweit, die in Angst vor einer HIV-Infektion leben, könnte diese Entwicklung den Alltag grundlegend verändern.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: eine Spritze alle 6 Monate schützt zu 100% vor HIV – keine täglichen Pillen mehr!"

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