Hubble zeigt 13 Milliarden Jahre alten Sternhaufen
Das Bild von NGC 6426 enthüllt, wie Supernovas das frühe Universum mit schweren Elementen anreicherten.
Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA hat ein spektakuläres Bild eines Sternhaufens aufgenommen, der fast so alt ist wie das Universum selbst. Der Haufen mit der Bezeichnung NGC 6426 liegt im äußeren Halo der Milchstraße, einer dünn besiedelten Region am Rand unserer Galaxie. Solche Kugelsternhaufen sind dichte Ansammlungen von Zehntausenden bis Millionen Sternen, die durch ihre gegenseitige Anziehungskraft zusammengehalten werden. NGC 6426 ist rund 13 Milliarden Jahre alt – das Universum selbst ist etwa 13,7 Milliarden Jahre alt. Damit entstand dieser Haufen nur wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall.
Die Farben im Bild sind nicht nur schön anzusehen, sondern enthalten wissenschaftliche Informationen. Blaue Sterne sind heißer, rote kühler. Die Sterne in NGC 6426 haben eine geringe Metallizität – das bedeutet, sie enthalten nur wenige Elemente, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium. Dies entspricht der Zusammensetzung des jungen Universums, als fast alle Materie aus diesen beiden einfachsten Elementen bestand. Schwerere Elemente wie Kohlenstoff, Sauerstoff oder Eisen entstanden erst später im Inneren massereicher Sterne durch Kernfusion und wurden bei Supernova-Explosionen ins All geschleudert.
Besonders spannend: Die Astronomen fanden Hinweise auf zwei chemisch unterschiedliche Sternpopulationen innerhalb des Haufens. Die etwas jüngeren Sterne entstanden offenbar, nachdem eine frühere Generation massereicher Sterne in Supernovas explodiert war. Diese Explosionen verstreuten neu geschaffene schwere Elemente im Haufen und reicherten das Gas an, aus dem später die zweite Generation von Sternen entstand. Derselbe Prozess hat im Laufe der Jahrmilliarden das gesamte Universum mit den Zutaten für Planeten und letztlich für Leben angereichert.
Die Aufnahme ist Teil einer laufenden Studie der Kugelsternhaufen in der Milchstraße. Durch die Messung ihres Alters und ihrer chemischen Zusammensetzung wollen Forscher besser verstehen, wie unsere Galaxie entstanden ist und sich entwickelt hat. Hubble liefert seit über 30 Jahren bahnbrechende Erkenntnisse. Seine Arbeit wird heute durch das James-Webb-Weltraumteleskop ergänzt, das das Universum im Infrarotlicht beobachtet. Das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop, das für den Spätsommer 2026 geplant ist, soll das Verständnis weiter vertiefen.
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„Stell dir vor: Ein Sternhaufen, der fast so alt ist wie das Universum selbst. Hubble hat ihn fotografiert – und darin Hinweise gefunden, wie Leben überhaupt möglich wurde."
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