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Indigene schützen Karibus vor Straßenbau in Kanada

Wächter dokumentieren die letzten Herden, um den Bau neuer Winterstraßen zu verhindern.

23. Juni 2026 1 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

In der kanadischen Arktis leben Karibus, die die längsten Landwanderungen der Welt unternehmen. Sie ziehen in riesigen Herden zu ihren Kalbungsgebieten – doch ihre Zahl ist dramatisch gesunken. Die Bathurst-Herde, benannt nach ihrem traditionellen Kalbungsgebiet im Bathurst Inlet (Nunavut), zählte in den 1980er Jahren noch fast eine halbe Million Tiere. Heute sind es nur noch 3.600.

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: Klimawandel, industrielle Erschließung und mancherorts Überjagung. Viele dieser Faktoren hängen mit Straßen zusammen, die die Wanderrouten blockieren und die Tiere für Jäger leichter erreichbar machen. Genau hier setzen die indigenen Wächter an – wie Wayne Mercredi vom North Slave Métis Alliance. Er fuhr jahrelang die 400 Kilometer lange Tibbitt-Contwoyto-Winterstraße entlang, die auf zugefrorenen Seen verläuft und Yellowknife mit Diamantenminen verbindet. Auf seinen 19-Stunden-Touren hielt er Ausschau nach Karibus, notierte ihre Standorte und zählte die Tiere.

„Ich sah Karibus in der Ferne, die der Eisstraße auswichen“, erzählt Mercredi. „Es ist so ein schöner Anblick, es erfüllt mein Herz.“ Doch die großen Herden werden immer seltener. Die Arbeit der Wächter ist Teil eines größeren Projekts: Kanada plant den Ausbau des Winterstraßennetzes in der Arktis, um Rohstoffvorkommen zu erschließen. Die indigenen Gemeinschaften wollen mit ihren Daten belegen, wo die Straßen die Karibus am stärksten gefährden – und so Einfluss auf die Routenführung nehmen.

Die Wächter dokumentieren nicht nur die Tiere, sondern auch Spuren von Raubtieren, Vegetation und Eisbedingungen. Ihre Aufzeichnungen sind oft die einzigen Daten aus diesen abgelegenen Gebieten. Sie hoffen, dass die Regierung ihre Erkenntnisse ernst nimmt und die letzten großen Karibuherden schützt. Denn für die indigenen Völker sind die Tiere nicht nur Nahrungsquelle, sondern kulturelles Erbe – und ein Symbol für die unberührte Wildnis der Arktis.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Eine halbe Million Karibus schrumpft auf 3.600 – und jetzt kämpfen indigene Wächter mit Daten gegen den Straßenbau. Das ist echter Naturschutz."

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