Zurück
gemeinschaft Vereinigte Staaten · US

Kalifornien: Neues Programm holt psychisch Kranke von der Straße

Durch beharrliche, freiwillige Betreuung schaffen 90% den Weg in Behandlung – ein Modell für ganz Amerika.

In Orange County, Kalifornien, sucht ein Team aus zwei Verhaltensmedizinern Menschen mit schweren psychotischen Störungen auf – nicht um sie zu verhaften, sondern um ihnen zu helfen. Juan Banda und Chauncey Bowie arbeiten für das CARE Court Programm, das 2023 gestartet wurde. Es richtet sich an Menschen, die unter Schizophrenie oder ähnlichen Erkrankungen leiden, oft obdachlos sind und sich selbst nicht als krank wahrnehmen. Das Besondere: Statt Zwangsbehandlung oder Polizeieinsatz setzt das Programm auf beharrliche, freiwillige Kontaktaufnahme.

Die Idee dahinter ist einfach: Man beginnt nicht mit einer Vorladung, sondern mit einer Tasse Kaffee oder einem warmen Essen. „Der Klient führt das Gespräch“, sagt Banda. Erst wenn Vertrauen aufgebaut ist, werden medizinische Hilfe und Wohnungsangebote gemacht. Das kann Wochen oder Monate dauern. Jimmy Barela, ein 42-jähriger Mann mit Schizophrenie, brauchte vier Monate, bevor er einen Behandlungsvertrag unterschrieb. Heute lebt er in einem betreuten Wohnheim und ist der zweite Absolvent des Programms.

Veronica Kelley, Leiterin des Gesundheitsamts von Orange County, betont: „Zwang funktioniert nicht, wenn wir langfristig etwas verändern wollen.“ Ihre Erfahrung zeigt: Bei Menschen mit Wohnung braucht es etwa 20 Besuche, bei Obdachlosen fast 40, bis Vertrauen entsteht. Aber wenn die Beziehung steht, nehmen 90 Prozent freiwillig Hilfe an. Das Programm ist damit eine echte Alternative zu Gefängnis oder Zwangseinweisung – und ein Modell für andere Bundesstaaten.

Kritiker bemängeln, dass ein gerichtliches Programm nie ganz freiwillig sein könne, solange die Drohung strengerer Maßnahmen im Raum steht. Familien hingegen wünschen sich oft schnellere Hilfe. Doch die Erfolge sprechen für sich: Jimmy Barelas Mutter Janina Estrada sagt: „Ohne Juan und Chauncey wäre mein Sohn nicht mehr hier.“ Das Programm zeigt, dass es einen dritten Weg gibt zwischen Vernachlässigung und Zwang – einen, der auf Würde und Geduld setzt.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„In Kalifornien schaffen es 90% der psychisch Kranken durch beharrliche Betreuung in Behandlung – ohne Zwang!"

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus gemeinschaft