Zurück
gemeinschaft Weltweit · UN

Kenianerin leitet UN-Kampf gegen globale Kriminalität

Monica Juma übernimmt UNODC und UNOV – mit Fokus auf vernetzte Bedrohungen und multilaterale Zusammenarbeit.

Beat: Gesellschaft & Bildung · Offizielle Statistik
16. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: UN News

Monica Juma hat einen der anspruchsvollsten Posten im UN-System übernommen: Sie leitet sowohl das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) als auch das UN-Büro in Wien (UNOV). Ihre Aufgabe: die internationale Gemeinschaft gegen organisierte Kriminalität, Korruption, Terrorismus und Menschenhandel zu wappnen – Bedrohungen, die immer stärker miteinander verwoben sind.

Die gebürtige Kenianerin bringt dafür ein selten breites Erfahrungsspektrum mit. Sie war Kenias erste nationale Sicherheitsberaterin, später Ministerin für Verteidigung, Inneres und Äußeres. Davor arbeitete sie als Diplomatin und Wissenschaftlerin. Diese Vielfalt, so hofft sie, hilft ihr, den nötigen Konsens zwischen den UN-Mitgliedsstaaten zu schmieden – besonders in einem System, in dem Fortschritt oft davon abhängt, was alle als „globales Gemeinwohl“ verstehen.

Nach ihren ersten Wochen im Amt zeigt sich Juma ermutigt. Sie spricht von einem „allgemeinen Konsens“ über den Wert von UNODC – nämlich dass dessen Mandat hochrelevant sei für die Risiken, denen die Welt gegenüberstehe. Im Kern stehe die Erkenntnis, dass kein Land, kein Sektor und keine Region die Probleme allein lösen könne. Das sei „ein Nukleus für stärkere internationale Zusammenarbeit und Multilateralismus“.

Doch die Herausforderungen sind gewaltig. Kriminelle Netzwerke operieren grenzüberschreitend, sektorübergreifend und nutzen neue Technologien. Drogenhandel, Geldwäsche, Korruption und Terrorismus verflechten sich zu „Engagements-Netzen“, die ebenso vernetzte Antworten erfordern. Juma betont, dass die UNODC-Mitarbeiter hochkompetent seien – aber die Organisation leide unter strukturellen Problemen: Ein Großteil der Finanzierung ist freiwillig und zweckgebunden, während die Bedrohungen flexibel bleiben.

Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung. Juma nennt Technologie ein „zweischneidiges Schwert“: Innovation laufe der Governance davon. Die Frage sei, was ethische künstliche Intelligenz ausmache, wie Technologie Menschenrechte schützen könne und wie ärmere Länder Kapazitäten aufbauen. „KI-gestützter“ Menschenhandel verändere bereits die Kriminalitätsmuster.

Der nächste UN-Kriminalitätskongress in Abu Dhabi im September soll nicht nur Probleme diskutieren, sondern konkrete Zusagen bringen – festgehalten in einer „Abu-Dhabi-Erklärung“. Juma sieht darin eine Chance, den Multilateralismus unter Druck zu beweisen. Drei kürzlich einstimmig angenommene Resolutionen zu Sextortion, Betrug und Menschenhandel zeigten, dass Konsens möglich sei.

Über ihre formale Rolle hinaus ist sich Juma der symbolischen Bedeutung ihrer Ernennung bewusst. Viele Nachrichten, die sie erhielt, kamen von jungen Menschen und Frauen in Kenia und Ostafrika, die Stolz und Hoffnung ausdrückten. Ihre Berufung sei auch eine Anerkennung der Fähigkeit der Region, zur globalen Governance beizutragen. Ihr Ehrgeiz: „das Vertrauen rechtfertigen“, indem sie UNODC hilft, seine Reichweite und Wirksamkeit im Tempo der heutigen Herausforderungen auszubauen – mit Gerechtigkeit, Schutz und Menschenwürde im Zentrum.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Eine kenianische Top-Diplomatin übernimmt den Kampf gegen globale Verbrechernetzwerke – und setzt auf Zusammenarbeit statt Alleingänge."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus gemeinschaft