Infrastruktur

KI berechnet CO2-Fußabdruck von Elektronik in einer Minute

Zwei KI-Agenten ermitteln die Emissionen eines Geräts so schnell wie ein Tee zieht – und helfen so, nachhaltiger einzukaufen.

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Zwei KI-Agenten ermitteln die Emissionen eines Geräts so schnell wie ein Tee zieht – und helfen so, nachhaltiger einzukaufen.

Die Klimabilanz eines Smartphones oder Laptops zu berechnen, war bisher eine Sache von Monaten. Denn jedes Gerät besteht aus Hunderten von Einzelteilen – Chips, Platinen, Bildschirme, Gehäuse – und für jedes Bauteil müssen die Emissionen einzeln ermittelt werden. Oft fehlen Daten ganz oder sind nicht öffentlich zugänglich. Ein Team um den Informatiker Vikram Iyer von der University of Washington in Seattle hat nun zwei KI-Programme entwickelt, die diese Arbeit in etwa einer Minute erledigen – und dabei nicht mehr Emissionen verursachen als das Kochen einer Tasse Tee.

Die beiden KI-Agenten arbeiten zusammen wie ein Projektmanager und ein Assistent. Der erste Agent plant, welche Informationen benötigt werden und wie sie zusammengesetzt werden müssen. Der zweite Agent durchsucht das Internet nach Produktbeschreibungen, Bildern und technischen Dokumenten. Dazu nutzt er auch Quellen, die bisher in der Umweltbilanzierung kaum eine Rolle spielten: öffentliche Datenbanken von Regierungsbehörden, Bilder von geöffneten Geräten aus Reparatur-Communities wie iFixit und sogar YouTube-Videos. „Hier zeigt sich, wo KI wirklich glänzt – beim automatischen Durchforsten dieser Datenmengen“, sagt Iyer.

Die Ergebnisse der KI liegen im gleichen Bereich wie die von menschlichen Experten erstellten Bilanzen, sind aber ungleich schneller verfügbar. Das System braucht nur den Modellnamen oder ein Foto des Geräts, um loszulegen. Die Forscher haben zudem zwei Methoden entwickelt, um die Schätzung noch weiter zu verbessern. Erstens zeigte sich, dass viele Geräte ähnliche Komponenten verwenden – Smartphones und Laptops mit gleicher Bildschirmgröße und Prozessor haben oft ähnliche CO₂-Bilanzen. Daraus lässt sich ein gewichteter Durchschnitt berechnen, der bereits früh im Entwicklungsprozess eine grobe Schätzung erlaubt. Zweitens haben die Forscher eine präzisere Methode entwickelt, um fehlende Daten zu ersetzen: Statt einfach ein ähnliches Material zu wählen, wird der beste Ersatz anhand physikalischer Eigenschaften bestimmt.

Das System könnte nicht nur Verbrauchern helfen, nachhaltigere Produkte zu kaufen. Auch Unternehmen könnten ihre Nachhaltigkeitsteams entlasten – statt monatelang die Bilanz bestehender Produkte zu berechnen, könnten sie sich auf die Entwicklung klimafreundlicherer Geräte konzentrieren. „Unser Ziel ist eine Zukunft, in der Menschen den CO₂-Fußabdruck eines Produkts so einfach verstehen wie die Nährwertangaben auf Lebensmitteln“, sagt Iyer. Die Studie wurde im Fachjournal Nature Electronics veröffentlicht.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Anthropocene Magazine.

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