EU fördert 65 Projekte für saubere Industriehitze
Industrie braucht enorme Hitze, etwa für Stahl oder Glas.
Die meisten industriellen Prozesse brauchen Hitze – und die kommt bisher fast immer aus fossilen Brennstoffen. Ob bei der Stahlherstellung, in der Glasindustrie oder bei der Papierproduktion: Ohne extreme Temperaturen läuft nichts. Die Europäische Kommission will das ändern und hat nun ein Förderprogramm gestartet, das genau diese Hitze dekarbonisieren soll.
Im Rahmen einer Auktion wurden 65 Projekte aus zehn EU-Ländern ausgewählt, die insgesamt 400 Millionen Euro erhalten. Die Bandbreite der Technologien ist groß: von Solarkonzentration über Wärmepumpen bis hin zu Plasma-Schneiden und elektromagnetischer Erwärmung. Auch Geothermie – also Erdwärme – ist dabei. Die Projekte kommen aus Branchen wie Pharma, Keramik, Eisen und Stahl, Bau, Lebensmittel und Textilien.
Die Nachfrage war enorm: Insgesamt wurden 1,4 Milliarden Euro beantragt, also mehr als das Dreifache des verfügbaren Budgets. Das zeigt, wie groß der Bedarf an Lösungen ist. Beteiligt sind Firmen aus Österreich, Belgien, Portugal, Tschechien, Slowenien, Dänemark, Ungarn, Frankreich, Deutschland und Spanien.
Sollten alle Projekte erfolgreich umgesetzt werden, könnten sie rechnerisch in fünf Jahren so viel Wärme einsparen, wie der Verbrennung von 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas entspricht. Über zehn Jahre gerechnet wären das 6,6 Millionen Tonnen CO₂ weniger. Das ist ein bedeutender Schritt, denn die Industrie ist einer der größten Treibhausgas-Emittenten.
Das Thema Hitze hat noch eine andere Dimension: Abwärme aus Fabriken heizt die Umgebung auf und verstärkt Hitzewellen in Städten. Städte wie Hamburg oder das finnische Varanto gehen das Problem an, indem sie Abwärme in Fernwärmenetze einspeisen. In Hamburg etwa versorgt ein Kupferwerk mit seiner Abwärme 28.000 Haushalte mit Warmwasser und spart so 120.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Die EU-Kommission setzt mit diesem Programm ein starkes Signal: Die Wende hin zu sauberer Industriehitze ist nicht nur nötig, sondern auch machbar. Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Wirtschaft bereit ist, in klimafreundliche Technologien zu investieren – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Good News Network.